Aktualisiert 31.01.2012 22:16

Katzenjammer

«Katzen sind zur Wegwerfware geworden»

Katzen werden zunehmend als
Wegwerfware behandelt und kaltherzig ausgesetzt. Das Katzenhaus von Tierschützerin Beatrice Baumann stösst an seine Grenzen.

von
Erika pàl
Tierheim Sitterhöfli: Lehrtochter Melanie Schläpfer kümmert sich um ausgesetzte Katzen.

Tierheim Sitterhöfli: Lehrtochter Melanie Schläpfer kümmert sich um ausgesetzte Katzen.

«Normalerweise musste ich in einem Jahr rund hundert ­herrenlose Katzen bei mir aufnehmen», sagt Tierschützerin Beatrice Baumann aus Mattwil, «doch letztes Jahr waren es plötzlich doppelt so viele.» Baumann bestätigt damit einen Bericht der «Thurgauer Zeitung». Den Grund für die plötzliche Zunahme ortet die Tierschützerin in der zunehmenden Schnelllebigkeit un­serer Gesellschaft.

«Passt das Tier den Besitzern nicht mehr ins Lebenskonzept oder erfüllt es die Erwartung nicht, wird es kurzerhand abgeschoben», so Baumann. Viele Leute machten sich gar keine Gedanken mehr, was es bedeutet, eine Katze zu halten. «Ein Haustier ist ein Lebewesen und kein Spielzeug. Es braucht intensive Betreuung und eine passende Umgebung», so Baumann ­weiter.

«Katzen sind leider schon fast zu einer Wegwerfware geworden», sagt Erika Bolt vom St. Galler Tierschutz. Eine Erfahrung, die man auch im St. Galler Tierheim Sitterhöfli macht. Umso wichtiger sei es, eine unkontrollierte Vermehrung der Büsi zu verhindern, wie Inhaberin Claudia Staub betont. «Deshalb ist es wichtig, dass die Tiere früh kastriert und gechippt werden», so Staub.

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