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Mäuse-Plage in LondonKatzen sollen im Parlament patrouillieren

Und wer leert den Katzensand? Britische Abgeordnete streiten über die Anschaffung von Katzen, um die Mäuseplage im Parlament zu bekämpfen. Der Fall ist hochkomplex.

von
kle

Eine Mäuseplage in Londons Parlament hat unter den britischen Volksvertretern eine lebhafte Debatte über die Anschaffung von Katzen entfacht. Angesichts des Ausmasses des Nagerproblems sollten Katzen angeschafft werden. So lautete jedenfalls der Vorschlag der Abgeordneten Anne McIntosh.

Die Parlamentarierin wollte das Problem der unerwünschten Gästen zwei Katzen eines nahegelegenen Tierheims überlassen, schreibt die Zeitung «The Telegraph». Denn für McIntosh steht fest: «Die Nagerpopulation ist ausser Kontrolle, insbesondere in den Küchenräumen.»

Erst ein Untersuchungsbericht

Die Idee erforderte zunächst eine interne Untersuchung. Am Donnerstag stellte der Abgeordnete John Thurso den Bericht vor. Er kam zum Schluss, dass es nicht reiche, nur ein oder zwei Katzen anzuschaffen, so wie es McIntosh vorgeschlagen hatte.

Mehrere Katzen seien auch keine Lösung, so Thurso. Denn: «Eine Gruppe von Katzen im Parlamentssitz zu halten, das würde eine ganze Reihe anderer Schwierigkeiten nach sich ziehen».

Thurso erwähnt unter anderem «logistische Probleme». Der «Independent» macht diese punktgenau aus: Es stelle sich durchaus die Frage, wer denn den Katzensand leeren soll. Denn «so unglaublich, wie es tönt, gibt es im Parlamentshaus keine Katzentürchen».

Abgeordnete McIntosh sieht darin jedoch kein Problem: Wenn man schon keine Katzen im Gebäude halten wolle, könnte man sie zumindest um das Parlamentsgebäude herum streunen lassen, sagte sie am Donnerstag. «Es ist doch vollkommen vernünftig, Katzen zu holen, um die Zahl der Mäuse niedrig zu halten», insistiert McIntosh.

Larry in der Downing Street 10

Eigentlich könnte auch Larry das Mäuseproblem lösen. Der Kater wohnt immerhin nur wenige Meter entfernt in der Downing Street 10, dem Amtssitz des britischen Premierministers. David Cameron hatte den vormals obdachlosen Kater 2011 angeschafft, nachdem in Fernsehberichten eine Ratte am Haupteingang des Amtssitzes zu sehen war.

Larrys Effizienz wird aber weithin angezweifelt. Wie Downing Street mitteilte, schicken ihm Tierliebhaber aus dem ganzen Königreich regelmässig Geschenke und etwas zum Naschen. Ansonsten verbringe der Kater seine Zeit damit, die «Eignung antiker Möbel für Nickerchen» zu testen.

Seit bald hundert Jahren werden in der Downing Street Katzen für die Mäusejagd gehalten. Einige trugen den offiziellen Titel «Chef-Mäusejäger des Kabinettsbüros». Ob sich auch das Parlament dazu durchringen kann, derlei Chef-Mäusejäger zu beschäftigen, wird sich noch weisen. (kle/sda)

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