Aktualisiert 27.06.2011 07:33

Radikale MassnahmeKatzen sollen kastriert werden

Um die Zahl von streunenden Katzen einzudämmen, fordern Politiker und Tierschützer eine Kastrationspflicht für Hauskatzen. Der Vorschlag stösst nicht nur auf Begeisterung.

von
Cécile Blaser

Wegen der hohen Zahl streunender und verwilderter Katzen schlagen Tierschützer radikale Massnahmen vor: Alle Katzen mit Auslauf im Freien sollen kastriert werden müssen. «Wir würden eine Kastrationspflicht für Katzen sehr ­befürworten», sagt etwa Andrea Danzeisen von der Stiftung Vier Pfoten in Zürich in der «NZZ am Sonntag». Eine rechtlich bindende Vorschrift, mit Ausnahmen etwa für Züchter, würde das unerwünschte Wachstum der Katzenpopulation stoppen. In Österreich und 22 deutschen Städten gilt ein solcher Zwang bereits.

Gieri Bolliger von der Stiftung für das Tier im Recht aus Zürich ist entsetzt: Eine Zwangskastration tangiere «die gesetzlich geschützte Würde des Tieres». Und auch Gregor A. Rutz von der IG Freiheit findet die Idee «völlig absurd»: Der Tierhalter würde so bevormundet.

«Man kann doch niemandem vorschreiben, ob er seine Hauskatze kastrieren soll der nicht. Unser Club unterstützt so etwas nicht», meint auch Viola G. Stücklin, Vize-Präsidentin des Katzenclubs beider Basel. Klar sei es falsch, wenn Tierhalter verantwortungslos viele junge Kätzchen produzierten und diese dann im Tierheim landeten. «Aber ich fände es schade, wenn die durchschnittliche Hauskatze von Schweizer Familien keine Kleinen mehr haben darf. So eine Katzengeburt ist für Kinder ein wunderschönes, prägendes Erlebnis.»

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