Happy End: Katzenjagd im Berner Bärenpark
Aktualisiert

Happy EndKatzenjagd im Berner Bärenpark

Die Berner Bären erhielten heute unerwarteten Besuch: Eine Katze drang in ihr Gehege ein. Eine irre Verfolgungsjagd nahm ihren Lauf.

von
Marius Egger

Grosse Aufregung im Bärenpark: Im Gehege der Bärenfamilie verirrte sich am Mittwochnachmittag eine Katze. Doch dem Büsi war in der neuen Umgebung sehr schnell nicht mehr ganz wohl. Kaum von den Bären entdeckt, begann eine wilde Verfolgungsjagd. Was tun, wenn ein Jungbär auf einen zustürmt? Ab in die Höhe, dachte sich die Katze und kletterte auf einen Baum im Gehege. Doch sie machte die Rechnung ohne den Jungbären. «Der kleine Bär kletterte ihr auf den Baum nach», sagt Urs Gugger von der Berner Feuerwehr.

Katze stürzt von Drehleiter

«Der Bär kam der Katze immer näher. Die klammerte sich am Ende eines dünnen Astes fest und konnte sich nicht mehr bewegen», sagt Leser-Reporterin Corinne Gaus zu 20 Minuten Online. Der Bär kletterte bis auf eine Höhe von rund 20 Meter hinterher, erzählt die Augenzeugin.

In der Zwischenzeit wurde nicht nur die Feuerwehr alarmiert, sondern auch die Bärenwärter. Diese lockten die gesamte Bärenfamilie mit Leckereien aus dem Gehege in den Bärenstall zurück – und retteten damit die Katze. Doch bei der sass der Schock tief. «Die Katze war so verängstigt, dass sie nicht mehr vom Baum runterkam», sagt Augenzeugin Gaus. Die Feuerwehr wollte das Büsi schliesslich über eine Drehleiter vom Baum retten und die Katze mit einem Netz einfangen. Doch das missriet: Die geschockte Katze befreite sich. «Sie fiel aus 20 Metern Höhe auf den Boden. Dann rannte sie davon», erzählt die Leser-Reporterin.

Flucht in Wassergraben

Doch damit nicht genug. Denn die verwirrte Katze rannte direkt in den Wassergraben. Es war schliesslich ein Passant, der die Katze aus der misslichen Lage befreien konnte. Die Feuerwehr übergab ihm das Fangnetz und dieser fischte das arme Tier von ausserhalb des Geheges aus dem Wasser. «Die Katze kommt jetzt in ein Tierheim», sagt Gugger zu 20 Minuten Online. Vielleicht ist das aber gar nicht mehr nötig. Offenbar haben viele der zahlreichen Zuschauer sich bereit erklärt, die Katze bei sich aufzunehmen. Sie dürfte nun viel Zuneigung benötigen, um den Schock zu verdauen. Zunächst wurde das Büsi für weitere Abklärungen in eine Tierklinik gebracht.

Bärenwärter Heinz Stämpfli sagte: «Die Katze war gut beraten, auf dem Baum zu bleiben. Bärenmutter Björk hätte sie aus Schutzinstinkt zerfetzt. Sie hat schon Ballons angegriffen.»

Haben Sie die Katzenjagd beobachtet?

Dann schicken Sie uns Ihre Fotos oder Videos:

2020

(Swisscom/Sunrise)

Auch via iPhone und Web-Upload können Sie die Beiträge schicken. Wie es geht, erfahren Sie

Bei einer Veröffentlichung in der Print-Ausgabe winken bis zu 100 Franken Belohnung.

Deine Meinung