ZSC Lions: Katzenjammer – und der Abgang von Crawford?
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ZSC LionsKatzenjammer – und der Abgang von Crawford?

Und wieder ist ein Titelverteidiger gescheitert. «Es war eine gute, aber keine sehr gute Saison», so ZSC-Sportchef Edgar Salis.

von
Marcel Allemann
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Die Schweizer Eishockey-Meister2016 SC Bern Der SCB setzt sich im Final gegen Lugano 4:1 durch und holt sich den 14. Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Die Schweizer Eishockey-Meister2016 SC Bern Der SCB setzt sich im Final gegen Lugano 4:1 durch und holt sich den 14. Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Keystone/Gabriele Putzu
2015 HC Davos Der HC Davos setzt sich im Playoff-Final gegen die ZSC Lions durch, nachdem für den HCD seit dem letzten Titel 2011 immer im Viertelfinal Schluss gewesen war. Die Bündner entscheiden die Serie gegen den Titelverteidiger mit 4:1 für sich.

2015 HC Davos Der HC Davos setzt sich im Playoff-Final gegen die ZSC Lions durch, nachdem für den HCD seit dem letzten Titel 2011 immer im Viertelfinal Schluss gewesen war. Die Bündner entscheiden die Serie gegen den Titelverteidiger mit 4:1 für sich.

Keystone/Patrick B. Kraemer
2014 ZSC Lions Die Stadtzürcher müssen im Viertelfinal gegen Lausanne und im Halbfinal gegen Servette über sieben Spiele, ehe sie im Final gegen Kloten zur Kür ansetzen. Sie gewinnen die Serie 4:0 und feiern ihren achten Meistertitel.

2014 ZSC Lions Die Stadtzürcher müssen im Viertelfinal gegen Lausanne und im Halbfinal gegen Servette über sieben Spiele, ehe sie im Final gegen Kloten zur Kür ansetzen. Sie gewinnen die Serie 4:0 und feiern ihren achten Meistertitel.

Valeriano di Domenico/freshfocus

Hängende Köpfe. Traurige Blicke. «Ich fühle mich einfach nur leer», sagte der nun abtretende Verteidiger Andri Stoffel, «dass meine Karriere vorbei ist, realisiere ich im Moment noch gar nicht».

Die ZSC Lions gewannen diese Saison die Qualifikation und schafften es in den Final. «Aber als Zweiter ist man der erste Verlierer», spricht ZSC-Verteidiger Patrick Geering aus, was viele dachten. «Im Final hatten wir die Leichtigkeit nicht mehr», bilanziert Sportchef Edgar Salis.

Nur Shannon ist als Ausländer unbestritten

Das Team wird grösstenteils zusammenbleiben. Stoffel und auch Mark Bastl müssen jüngeren Kräften wie Phil Baltisberger und Fabrice Herzog Platz machen. Für Derek Smith, Henrik Tallinder und Jan Tabacek gibt es keine neuen Verträge. Trotz weiterlaufenden Kontrakten sollte man auch die Ausländer-Personalien von Ryan Keller und Marc-André Bergeron überdenken, denn eine Veränderung könnte den ZSC Lions dort guttun.

Erstens war zuletzt das Powerplay miserabel und zweitens hatte man in den Playoffs bei den Gegnern Davos, Servette und Biel stets das Gefühl, dass diese Teams von ihren Söldnern bessere Leistungen bekämen. Unbestritten ist einzig Ryan Shannon.

Die Ausstiegsklausel von Crawford

Noch ist aber nicht einmal sicher, ob der Trainer bleibt. Marc Crawford besitzt eine Ausstiegsklausel für die NHL, die er bis am 15. Juni ziehen kann. Salis will sich auf diese Eventualität vorbereiten: «Sähe ich mich nicht um und er geht, würde ich meinen Job nicht machen.»

Mathias Seger, weshalb hat es für die ZSC Lions mit der Wende nicht geklappt?

Wir haben zwar nochmals viel investiert, aber wir konnten das Glück dieses Mal nicht erzwingen.

Schlecht war aber die Saison trotzdem nicht, als Qualifikationssieger und Vizemeister...

Durchaus nicht. Aber wenn man im Final steht, will man diesen auch gewinnen. Doch es ist uns nicht gelungen, einen Weg zu finden.

Beim Shake-Hand haben sie Reto von Arx umarmt und sich lange mit ihm unterhalten. Es sah so aus, als würden sie ihm den Titel zum Abschied gönnen?

Es ist bitter, zu verlieren. Aber dass Reto von Arx das entscheidende Tor gelingt, ist für ihn und Davos natürlich eine wunderbare Story. Reto von Arx ist eine grossartige Persönlichkeit und ein grossartiger Mensch. Und er hat diese Geschichte, so wie sie nun verlaufen ist, verdient – auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte. (mal) (Bild: freshfocus)

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