Schön, aber ...: Kauf dir besser keinen Hund in dieser Farbe
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Schön, aber ...Kauf dir besser keinen Hund in dieser Farbe

Auf den Menschen wirkt das silbergraue Fell von Vierbeinern edel. Doch für die Hunde kann eine solche Fellfarbe fatale Auswirkungen haben.

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fee
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Keine Frage: Labradore in anderen als den klassischen Farben sind schön und edel anzusehen. Doch für die aussergewöhnliche Färbung zahlen einige der Tiere einen hohen Preis. Um eine solche Farbe zu erhalten, implantieren Züchter den Tieren ein spezielles Gen. (Im Bild: ein Exemplar mit der Färbung Charcoal)

Keine Frage: Labradore in anderen als den klassischen Farben sind schön und edel anzusehen. Doch für die aussergewöhnliche Färbung zahlen einige der Tiere einen hohen Preis. Um eine solche Farbe zu erhalten, implantieren Züchter den Tieren ein spezielles Gen. (Im Bild: ein Exemplar mit der Färbung Charcoal)

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Das Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen) sorgt für eine Aufhellung des Originalfellfarbtons. Dadurch wird aus Braun Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb der Farbton Champagner. (Im Bild: Labrador mit der Fellfarbe Champagne)

Das Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen) sorgt für eine Aufhellung des Originalfellfarbtons. Dadurch wird aus Braun Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb der Farbton Champagner. (Im Bild: Labrador mit der Fellfarbe Champagne)

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Doch das Gen, das weder bei Labradoren ... (Im Bild: silberfarbener Labrador)

Doch das Gen, das weder bei Labradoren ... (Im Bild: silberfarbener Labrador)

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Nicht nur in der Mode, auch bei den Fellfarben von Haustieren gibt es Trends. Aktuell besonders angesagt sind etwa Hunde mit blaugrauer Haarpracht.

Bei Französischen Bulldoggen und American-Staffordshire-Terriern nennt sich das «Blue Line», bei Labradoren Silber oder «Charcoal» (engl. für Holzkohle). Bei Letzteren ist auch die Farbe Champagner äusserst beliebt.

Doch die Sache hat einen Haken: So kann die spezielle Tönung für die Vierbeiner schwerwiegende Folgen haben.

Implantiertes Gen

Verantwortlich für die spezielle Fellfarbe ist das sogenannte Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen). Dieses sorgt für eine Verkleinerung der farbgebenden Pigmentkörnchen und damit fur eine Aufhellung des Originalfarbtons. Beim Labrador wird dadurch aus Braun der Farbton Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb Champagner.

Doch das Gen, das bei Labradoren, Französischen Bulldoggen und American-Staffordshire-Terriern nicht von Natur aus vorkommt, sondern von Züchtern bewusst eingesetzt wird, bewirkt auch noch etwas anderes: Es kann die Tiere richtig krank machen.

Auf die Mutation folgt die Qual

Mutiert das Gen, erhöht es für den Hund die Gefahr, an Farbmutantenalopezie, kurz CDA (Color Dilution Alopecia) zu erkranken. Die chronische Hautentzündung, die mit Fellverlust, stark juckenden Ekzemen und offenen Wunden einhergeht, wird auch als Blaues-Dobermann-Syndrom bezeichnet.

Tatsächlich waren die durch das implantierte Gen hervorgerufenen Nebenwirkungen bei Dobermännern so stark, dass die entsprechende Zucht als Qualzucht verboten wurde.

Bei Weimaranern ist das anders

Bei anderen Rassen ist das noch nicht gesetzlich geregelt, allerdings sind in den anerkannten Zuchtverbänden des kynologischen Dachverbands FCI sowie den Unterverbänden Hunde mit unnaturlicher, eingezuchteter Dilution schon immer verboten gewesen, wie Daniela Koppenhöfer, Veterinärbiologin und Autorin, dem Dogs-magazin.de sagte.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. So sind die möglichen Folgen der verwässerten Fellfarbe für die Hunde äusserst qualvoll. Durch das ständige Kratzen stünden sie ständig unter Strom. Dadurch könne es langfristig auch zu Schäden an Herz und Immunsystem der Tiere kommen, so die Expertin weiter. Zudem wiesen sie oft Verhaltensstörungen auf.

Ganz anders verhält es sich dagegen bei Weimaranern oder Deutschen Doggen: Bei ihnen kommt das Dilute-Gen natürlich vor und beschert daher den Tieren keine unschönen Nebenwirkungen.

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Windhundrassen wie der Afghane waren Anfang des 20. Jahrhunderts gross in Mode und waren zunächst treue Begleiter gut situierter Schichten. Es begann mit dem russischen Adel vor der Revolution 1917, der häufig einen Barsoi sein Eigen nennen konnte.

Windhundrassen wie der Afghane waren Anfang des 20. Jahrhunderts gross in Mode und waren zunächst treue Begleiter gut situierter Schichten. Es begann mit dem russischen Adel vor der Revolution 1917, der häufig einen Barsoi sein Eigen nennen konnte.

iStock/Ginastancel
Über England kam die Windhund-Mode nach Deutschland und in die Schweiz. In den 1970ern erfreuten sich Afghanen erneut grosser Beliebtheit. Danach sah man sie immer weniger. (Im Bild: Alexandra von Dänemark mit ihrem Windhund, ca. 1895)

Über England kam die Windhund-Mode nach Deutschland und in die Schweiz. In den 1970ern erfreuten sich Afghanen erneut grosser Beliebtheit. Danach sah man sie immer weniger. (Im Bild: Alexandra von Dänemark mit ihrem Windhund, ca. 1895)

Wikimedia Commons/Peter Symonds(GFDL
Mehr oder weniger zeitgleich begeisterten sich die Menschen Anfang 20. Jahrhundert auch für eine deutlich kleinere Hunderasse: den Dackel.

Mehr oder weniger zeitgleich begeisterten sich die Menschen Anfang 20. Jahrhundert auch für eine deutlich kleinere Hunderasse: den Dackel.

Keystone/AP/Thomas Wieck

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Vorsicht auch bei schokobraunen Labradoren

Dass es sich auszahlt, bei der Anschaffung eines Hundes auch auf die Fellfarbe zu achten, zeigt auch eine Studie von Forschern um Paul McGreevy von der University of Sydney aus dem Jahr 2018. Darin kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass schokoladenbraune Labradore eine fast anderthalb Jahre geringere Lebenserwartung haben als gelistete andersfarbige Artgenossen. Auch seien sie anfälliger für Krankheiten und litten häufiger unter Ohrenentzündungen oder Hautkrankheiten, so das Team im Fachjournal «Canine Genetics and Epidemiology».

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