Aktualisiert 15.12.2010 12:59

BergbahnenKaufen uns die Ösis die Skigebiete weg?

Österreicher haben die Bergbahnen in Savognin übernommen. Zudem sind unsere Nachbarn an weiteren Gebieten beteiligt. Experten zeigen sich unbeeindruckt.

von
feb
Die EM wurde von den Schweizern und den Österreichern gemeinsam ausgetragen. In den Skigebieten sieht es etwas anders aus. Die Österreicher schlucken die Schweizer.

Die EM wurde von den Schweizern und den Österreichern gemeinsam ausgetragen. In den Skigebieten sieht es etwas anders aus. Die Österreicher schlucken die Schweizer.

Die Meldung «Österreicher kaufen Bahnen in Savognin» liess aufhorchen. Savognin ist aber keineswegs ein Einzelfall. Die Österreicher sind schon seit längerem Mehrheitsaktionäre der Bergbahnen Samnaun und auch an den Bergbahnen Schuls halten unsere «Skisportfeinde» acht Prozent.

Sie sind nicht die Einzigen, die es auf die Schweiz abgesehen haben. Der französische Skigebiet-Betreiber-Gigant «Compagnie des Alpes» übernahm bereits Mitte der 1990er-Jahre Anteile an Verbier, Saas-Fee und Aletsch Riederalp.

«Der Alpenraum ist als Ganzes ein Angebot, das es zu verkaufen gilt.»

«Warum ausgerechnet an die Österreicher?», wurde Leo Jeker, der ehemalige Direktor der Savogniner Bergbahnen, gleich nach dem Verkauf von der «Hotelrevue» gefragt. Die Konkurrenz zu unserem Alpenraum sei das Meer und nichts anderes, antwortete Jeker. Der Alpenraum sei als Ganzes eine Marke und ein Angebot, das es zu verkaufen gelte. «Alles andere ist kleinkariertes Denken und hat heute im globalisierten Touristenmarkt keinen Platz», so Jeker weiter.

«Der Trend zur Globalisierung macht auch vor den Skigebieten nicht halt und wird sich weiter verstärken», sagt Thomas Bieger, Professor für Tourismuswirtschaft an der Universität St. Gallen. Der Markt sei hart, deshalb seien Zusammenschlüsse und Konzernbildungen nur logisch. «Dadurch kann Know-how transferiert werden», erklärt Bieger.

«Autonomes Agieren wäre fatal»

Dass die Schweizer Skigebiete eines Tages total von ausländischen Investoren beherrscht werden könnten, davor hat Bieger keine Angst. Es gebe auch Engagements von Schweizern im Ausland.

Auch Daniela Bär von Schweiz Tourismus glaubt nicht an einen Ausverkauf. Sie betrachtet die Übernahme der Österreicher als nichts Negatives. «Der Kauf sagt doch etwas über die Qualität der Produktes aus», so Bär. Allerdings sei es wichtig, dass ausländische Investoren mit allen Playern der jeweiligen Destinationen zusammenarbeiten. «Ein autonomes Agieren wäre fatal.»

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