Aktualisiert 12.07.2015 13:33

Zu viel THCKaufleuten servierte Hanf-Menü – Teenager im Spital

Das Zürcher Kaufleuten bot Vegetariern ein Menü an, das mit Hanf verfeinert wurde – einem jungen Gast bekam dies gar nicht gut.

von
vro
Das Zürcher Kaufleuten servierte bis vor kurzem ein Hanf-Menü, das es in sich hatte.

Das Zürcher Kaufleuten servierte bis vor kurzem ein Hanf-Menü, das es in sich hatte.

Auf der von Spitzenkoch Pascal Schmutz gestalteten Karte des Zürcher Trendlokals Kaufleuten war bis vor kurzem noch ein ganz besonderes Vegi-Menü zu finden: Rollgerste mit Bündner Hanf und Mascarpone mit Wintergemüse. Einem Jugendlichen, der das Menü während eines Familienessens bestellt hatte, wurde nach dem Verzehr so schlecht, dass er ins Spital gebracht werden musste. Die Ärzte fanden heraus: Der Teenager war high. In seinem Urin fand man Spuren von THC.

Der Jugendliche versicherte, er habe noch nie gekifft, schreibt der «Sonntagsblick». Die Eltern wandten sich deshalb ans Kaufleuten. Doch dort schob man die Schuld an dem Rausch dem Jugendlichen zu. «Wir waren der Meinung, dass der Gast vielleicht einen Joint geraucht hatte», sagt Marc Brechtbühl, Mitinhaber des Kaufleuten, zur Zeitung.

Strafanzeige eingereicht

Trotzdem schalteten sich die Kontrolleure des kantonalen Labors ein, die die Rollgerste mit Hanf unter die Lupe nahmen. Und siehe da: Der erlaubte THC-Grenzwert wurde «weit übertroffen», wie es im Bericht heisst. Mit anderen Worten: Der Hanf, der in das Essen gemischt wurde, war eigentlich für den Drogenkonsum angebaut worden, so die Zeitung.

Dennoch beschwichtigt Brechtbühl: «Die Ration war nicht gesundheitsgefährdend.» Schmutz' Rezeptur sieht vor, dass dem Menü 0,3 Gramm getrockneter Hanf beigefügt werden. Bezogen hatte er ihn von einem Bündner Bauern. «Er ging davon aus, dass es sich um Hanf handelt, der für den Verzehr unbedenklich ist», sagt der Gastronom. Trotzdem wurde das Hanf-Menü nun von der Karte gestrichen. Brechtbühl betont allerdings, dass es sich um einen Einzelfall handle und andere Gäste, die das Essen probiert hatten, keine Probleme gehabt hätten.

Für das Kaufleuten wird der Vorfall dennoch ein juristisches Nachspiel haben. Die Lebensmittelkontrolle will Strafanzeige einreichen. «Wir rechnen damit, dass wir eine Busse bezahlen müssen», sagt Brechtbühl zur Zeitung. Das Hanf-Menü wurde mittlerweile durch eine Pasta-Kreation ersetzt – ganz ohne berauschende Wirkung.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.