Aktualisiert

Ashraf SekkakiKaum ausgebrochen, schon Bank überfallen

Die vor gut einer Woche spektakulär aus einem belgischen Hochsicherheitsgefängnis befreiten Gangster haben offenbar bereits wieder zugeschlagen.

von
dhr

Es war eine jener Befreiungsaktionen, die man mit dem Adjektiv «filmreif» zu beschreiben pflegt: Am frühen Abend des 23. Juli landete ein Helikopter im Innenhof der Haftanstalt von Brugge in Flandern. Die zuvor gekaperte Maschine stand mindestens fünf Minuten lang dort, ohne dass ein Gefängniswärter auftauchte; dafür kletterten drei gefährliche Häftlinge an Bord, darunter der wegen zahlreicher Raubüberfälle berüchtigte Ashraf Sekkaki. Weil der entführte Pilot sich wegen der Überlast weigerte abzuheben, stieg nach minutenlangen Diskussionen einer der Kidnapper aus.

Drei Raubüberfälle

Kaum in Freiheit, hat das Trio bereits wieder zugeschlagen: Bei einem Banküberfall in der Region Antwerpen hat ein Bankangestellter Sekkaki und seinen Komplizen Abelhacq Melloul Khayari erkannt. Der dritte, Mohammed Johri, soll den Fluchtwagen gefahren haben, wie die flämische Zeitung «Het Laatste Nieuws» berichtet. Insgesamt wurden am Montag und Dienstag in der Gegend um Antwerpen drei Raubüberfälle verübt, bei denen die mit einem Messer und einem Revolver bewaffneten, aber nicht maskierten Täter am Werk waren.

Von Lesley Deckers, der Freundin eines der entfohenen Häftlinge, fehlt dagegen jede Spur. Die 24-Jährige aus Hoboken, die für ihren Freund zum Islam konvertierte, hatte den Helikopter gebucht, mit dem die Flucht durchgeführt wurde. Die Polizei, so «Het Laatste Nieuws», sei besorgt über ihr Schicksal. Da sie keine kriminelle Vwergangenheit habe, sei das Leben auf der Flucht für sie besonders gefährlich: «Sie hat nicht den Überlebensinstinkt, über den die anderen drei sehr wohl verfügen», sagte ein Fahnder der Zeitung.

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