Fahren ohne Ausweis: Kaum in Freiheit, sorgt Walter T. wieder für Ärger
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Fahren ohne AusweisKaum in Freiheit, sorgt Walter T. wieder für Ärger

Walter T. erlangte 2011 nationale Berühmtheit, als er betrunken und ohne Fahrausweis ein Auto vorführte. Nun hat man ihn erneut erwischt.

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Walter T. wurde bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Alkohol am Steuer verurteilt. (Bild: sst/2011)

Walter T. wurde bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Alkohol am Steuer verurteilt. (Bild: sst/2011)

Walter T.* wurde 2007 und 2008 wegen Alkohols am Steuer und mehrfachen Fahrens ohne Fahrausweis zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Wegen guter Führung kam der heute 56-Jährige aber bereits nach zwei Jahren frei.

Doch schon zwei Wochen später setzte er sich wieder hinters Steuer: Mit 2 Promille führte er das Auto seiner Freundin vor. «Sie war so sternhageldicht, dass ich sagte: Komm, ich mach das», erklärte er damals. Auf dem Heimweg wurde T. von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Den Fahrausweis konnte man ihm nicht mehr abnehmen – den war er schon seit Jahren los.

Wieder für Ärger gesorgt

Anfang Dezember 2011 wurde Walter T. vom Kreisgericht Rorschach zu 16 Monaten Haft verurteilt, weil er betrunken und trotz entzogenem Fahrausweis das Auto in die Motorfahrzeug-Kontrolle gebracht hatte. Hinzu kamen 20 Monate, da er während der Bewährungsfrist rückfällig geworden war.

Knapp drei Jahre später, am 31. August 2014, kam Walter T. wieder frei. Doch der Ärger liess nicht lange auf sich warten: Noch am Tag seiner Entlassung soll er mit einem Motorrad unterwegs gewesen sein – trotz Fahrausweisentzug.

«Jemand will mir ans Bein pinkeln»

Deshalb erhielt er diese Tage ein Schreiben vom Strassenverkehrs-und Schifffahrtamt St. Gallen, in dem steht: «Mit Verfügung vom 5. Januar 2011 wurde Ihnen der Fahrausweis für immer entzogen. Am 31. August 2014 lenkten Sie in Rorschach das Motorfahrzeug [SG...] (ein Motorrad) trotz Entzug des Fahrausweises.» Doch Walter T. streitet alles ab: «Ich bin nicht gefahren, dafür habe ich sogar Zeugen», so der 56-Jährige. «Jemand will mir ganz klar ans Bein pinkeln.»

T. erzählt, dass er am Tag seiner Entlassung zwar ständig unterwegs war, um Vorbereitungen für seine Hochzeit zu treffen, die am nächsten Tag stattfand. «Ich wurde aber den ganzen Tag von einem Bekannten mit dem Auto gefahren», so T. Deshalb könne er sich nicht vorstellen, worauf dieses Schreiben beruht.

Laufendes Verfahren

Gegenüber 20 Minuten beruft man sich beim Strassenverkehrsamt und bei der Kantonspolizei St. Gallen auf das Amtsgeheimnis. Nur so viel: «Damit es zu einem Administrativmassnahmen-Verfahren kommt, braucht es als Grundlage einen offiziellen polizeilichen Rapport», so Georges Burger, Leiter des Strassenverkehrsamtes St. Gallen. Mit anderen Worten: Die Polizei glaubt genügend Anhaltspunkte dafür zu haben, dass Walter T. das Motorrad gelenkt hat.

Laut Burger kann Walter T. nun Akteneinsicht verlangen und später Rekurs gegen allfällige Massnahmen einlegen.

Walter T. will von Freiheitsstrafe nichts wissen

Auch aus strafrechtlicher Sicht muss Walter T. mit Folgen rechnen, sollte er gefahren sein: Fahren trotz Entzug des Fahrausweises kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Im Fall von Walter T. sind auch therapeutische Massnahmen nicht ausgeschlossen.

Doch Walter T. will von einer Freiheitsstrafe nichts wissen: «Früher waren es schon meine Fehler», so T. «Dieses Mal bin ich aber wirklich nicht gefahren.» Deshalb habe er einen Anwalt eingeschaltet und wolle bis zur letzten Instanz für sein Recht kämpfen.

*Name der Redaktion bekannt

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