Aktualisiert 03.10.2017 10:42

Graskreis in Zollikofen BE

«Kaum vorstellbar, dass das Menschen waren»

Am Sonntag ist in Zollikofen ein Graskreis aufgetaucht. Die Anwohner rätseln über dessen Entstehung – und schliessen Übernatürliches nicht aus.

von
sul

«Ich musste fast 50 Jahre alt werden, um einmal so etwas zu Gesicht zu bekommen», sagt Edith Ulmann (48) begeistert. Als sie am späten Sonntagnachmittag von Kirchlindach nach Zollikofen fuhr, erblickte sie beim Gewerbeareal an der Webergutstrasse einen Graskreis. Das Kunstwerk habe sie sogleich ablichten müssen. «Es sieht so schön aus, als hätte dem Feld jemand einen riesigen Stempel aufgedrückt», findet die Leser-Reporterin.

Wer hier sein Siegel hinterlassen hat, weiss Ulmann nicht. Einen übernatürlichen Ursprung wolle sie jedoch nicht ausschliessen. «Wir wissen viel zu wenig über das Universum», sagt sie. «Die Einzigen sind wir sicher nicht.»

Plötzlich war er da

Auch vor Ort rätseln viele über das Phänomen. «Das Innere könnte ein Kleeblatt darstellen», mutmasst Tanja Roux, die in der nahen Poststelle arbeitet. Dass keine Fussspuren zum Kreis führen und dieser zudem auf einem unebenen Feld platziert wurde, sei erstaunlich. «Ich kann mir kaum vorstellen, dass so etwas von Menschenhand gemacht wurde.»

Der Graskreis müsse zwischen ein und fünf Uhr in der Nacht auf Sonntag entstanden sein, glaubt ein Mann, der unmittelbar neben dem Feld wohnt. «Am Samstag gegen Mitternacht habe ich draussen noch eine Zigarette geraucht», erzählt er. Da sei ihm noch nichts aufgefallen. «Am frühen Sonntagmorgen war der Graskreis plötzlich da.»

Kreis bleibt nicht lange bestehen

Bauer Andreas Marthaler, dem das Feld gehört, ist verblüfft ob der Gleichmässigkeit und Präsizion der Feldkunst. «Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Kreis ohne elektronische Hilfsmittel erstellt wurde», sagt er. Denkbar sei etwa eine programmierte Drohne, die eine Walze mit sich ziehe. An «etwas Mystisches» glaubt der Landwirt nicht, er sagt aber: «Es gibt nichts, was es nicht gibt.»

Zwar sei ihm durch den Eingriff in sein Feld nur ein kleiner Schaden entstanden. Dennoch werde der Graskreis noch dieses Jahr dem Mäher zum Opfer fallen. Marthaler: «Ihn ständig umfahren kann ich ja nicht.»

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