Kein Ärzte-Geld mehr für Stutz
Aktualisiert

Kein Ärzte-Geld mehr für Stutz

Die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) stoppt per sofort die Unterstützung für die Sendung «Gesundheit Sprechstunde» von Samuel Stutz.

Der Produktionsfirma Ringier entgeht so jährlich rund 1 Million Franken.

Der Zentralvorstand der FMH hat unter dem neuen Präsidenten Jacques de Haller den Ausstieg an einer Klausursitzung am vergangenen Samstag beschlossen. Sämtliche Zahlungen an Ringier seien per sofort gestoppt worden, bestätigte FMH-Sprecher Reto Steiner einen Bericht der Nachrichtensendung «10vor10» vom Montag.

Die FMH hatte Ringier jährlich mit rund 1 Mio. Franken unterstützt. Davon waren rund 10 000 Franken Eigenmittel der FMH. Der Grossteil der Gelder stammte von anonymen Geldgebern, welche die Sendung via ein Konto der FMH unterstützten.

«Die Sendung geht auch ohne FMH weiter», sagte Fibo Deutsch, Fernsehchef bei Ringier, im TV-Bericht. Er bedauere den Entscheid allerdings. Die FMH als Ärztevereinigung repäsentiere viele Ärztinnen und Ärzte, die auch in der «Gesundheit Sprechstunde» aufträten.

Interne und externe Kritik

Das Sponsoring der FMH für die Sendung war Ende Mai in die Kritik geraten. Verschiedene Medien hatten darauf hingewiesen, dass Ringier auf diese Weise anonyme Gelder aus der Pharmaindustrie zuflössen.

Nach Aussagen von Steiner gab es innerhalb der FMH seit Beginn des Sponsorings der «Gesundheit Sprechstunde» kritische Stimmen. Der neue Präsident der FMH, Jacques de Haller, sagte im Bericht von «10vor10», dass sich vermehrt Ärzte bei der FMH beklagt hätten.

Die interne Kritik sowie vermutlich auch die in den Medien erhobenen Vorwürfe hätten den neu zusammengesetzten Zentralvorstand zum Handeln veranlasst, sagte Steiner. «Wenn es wirklich zu verdeckter Werbung kam, wurden ethische Grenzen überschritten», sagte De Haller gegenüber «10vor10».

Steigt nun auch die Krebsliga aus?

Laut TV-Bericht erwägt auch die Krebsliga ihren Rückzug aus der Sendung. Die Krebsliga hatte jährlich rund 200 000 Franken an RingierTV überwiesen. Nationalrat Franco Cavalli (SP/TI), der ehemalige Präsident der Krebsliga, bestätigte im Bericht, dass entsprechende Diskussionen im Vorstand geführt worden seien.

Fibo Deutsch von RingierTV erklärte, ein allfälliger Ausstieg der Krebsliga würde die Sendung nicht gefährden. Er fände es aber sehr schade, wenn die Krebsliga ihre Unterstützung nicht fortführen würde. Der Entscheid der Krebsliga wird nach der Sommerpause erwartet. (sda)

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