Starch - das Tour-Tagebuch: Kein Alkohol und eine Erfahrung mehr

Aktualisiert

Starch - das Tour-TagebuchKein Alkohol und eine Erfahrung mehr

Ein Auftritt vor nüchternen Jugendlichen, eine lange Strecke und ein spontanes Korzert vor einer Horde Cowboys: Wie sich die Schweizer Band Starch derzeit auf der anderen Seite der Welt durchschlägt.

Capella war schon seit Beginn der Tour die grosse Unbekannte. Ein Ort von welchem nur ein Einziger der Ozzies, die wir gefragt haben je gehört hat und der irgendwo im Nirgendwo Australiens liegt. Der Dude meinte dann auch «Yeah Fellas, Capella! Gonna be some experience…»

Nach 480 Kilometern auf Achse, Schlaglöchern und Bodenwellen, ungefähr 48 toten Kängurus und zum Teil bis zu 14 Kilometern Strasse bis zur nächsten Kurve, kamen wir endlich vor der dem «Capella Cultural Center» an.

Das Auditorium und die Leuchtreklame versprachen Grosses. Doch die Ernüchterung war noch grösser als wir erfuhren, dass es sich beim heutigen Konzert um einen «Non Alcoholic Youth Event» von 19h-21h handelte und kein einziges Ticket im Vorverkauf abgesetzt wurde.

Wir entschieden uns dann auch nicht im Auditorium sondern im kleineren Nebensaal zu performen, welcher ein wenig an das Pfarrhaus in Kirchberg SG erinnerte. Der Raum wurde dann aber in Eigeninitiative ordentlich gepimpt und schlussendlich hatten die Horns ein Podest und eine amtliche Lichtanlage war am Start.

Der Spontane Gig vor aufgeschlossenen Cowboys

Es kamen dann doch so an die zwanzig 13 bis 15 jährige und hatten ihren Spass. Kleiner Tip für unsere Musikkollegen in der Schweiz: Capella kann ruhig im Tourplan fehlen… Da wir um 9h natürlich noch nicht schlafen konnten ging's dann direkt ins einzige Pub der Stadt. Mehr Cowboyhüte auf so engem Raum hatte ausser unserm Country-Gitarristen Benj wohl noch niemand von uns jemals gesehen. Richtige Kerle waren das und einige weibliche Freundinnen der Bierkultur. Anfänglich wollte sich in unserem Reisegrüppchen kein richtig entspanntes Gefühl einstellen, da wir die sieben einzigen Jungs waren, die weniger als 100 Kilo auf die Waage brachten und dementsprechend betrachtet wurden als wären wir direkt vom Mars mit dem Mothership in der Prärie gelandet.

Auch hier zeigte sich aber wieder, dass die Australier ein äusserst kontaktfreudiges Völkchen sind und es ging nicht lange bis wir mit den Locals ins Gespräch kamen. Die Cowboys und Minenarbeiter wollten natürlich auch gleich hören, was denn eine Band von der anderen Seite der Welt so drauf hat. Da die Jungs aufs Wetten etwa gleich wie aufs Saufen versessen sind, starteten sie gleich eine Wette ob wir spielen oder nicht. So kam dann auch ordentlich Cash zusammen den wir für Benzin gut gebrauchen können um aus dieser Wüste wieder heil rauszukommen.

«Eine gute Erfahrung»

Wir stellten also Ruckzuck unser Equipment auf die Strasse vor dem Pub und spielten mitten in der Nacht, so richtig schön laut, einen Mix aus Blues, Rock'n'Roll und was uns sonst zu dieser ländlichen Kulisse in den Sinn kam. Der Peter Gabriel und die Janis Joplin von Capella wurden gefeatured, ein Bauarbeiter, welcher seine Arbeitskleidung auch zu später Stunde noch trug, rockte zu ein paar Songs das Drum und die Cowboys und Cowgirls tanzten wie beim Rodeo. Auf dem Büffel versteht sich…

Unser Dude hatte definitiv Recht behalten: «Capella was an experience… a good one!»

Hier noch einige Impressionen von unserem Wildwesttrip:

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