Kein Alkoholverkauf mehr an Bahnhöfen nach 22 Uhr
Aktualisiert

Kein Alkoholverkauf mehr an Bahnhöfen nach 22 Uhr

Die SBB wollen
den Saufgelagen rund
um die Bahnhöfe einen
Riegel schieben: Ab
22 Uhr wird kein
Alkohol mehr verkauft.

Trinken bis zur Bewusstlosigkeit wird unter Jugendlichen immer mehr zum beliebten Feierabend- und Wochenendritual – auch an Bahnhöfen, in denen heute teils bis 24 Uhr Bier, Wein und Spirituosen gekauft werden können. Dies ist bald vorbei: Shops wie etwa Coop Pronto, Avec und Aperto sowie Kioske in allen Schweizer Bahnhöfen verzichten ab April auf den Verkauf von Alkohol ab 22 Uhr. Dies haben die SBB mit ihren Geschäftspartnern entschieden. Reisende und Pendler müssen aber auch künftig nicht auf ein Gläschen Wein oder eine Stange verzichten: In Bahnhof-Restaurants, Bars und an Verpflegungsständen gibts weiterhin Alkohol.

«Viele unserer Kunden fühlen sich wegen den Trinkgelagen gestört», begründet SBB-Sprecherin Rahel Koerfgen die Einschränkung. Zum Teil komme es zu Pöbeleien und auch die Sauberkeit lasse zu wünschen übrig. Ähnlich tönt es bei den Shop-Betreibern. «Jugendliche holen Bier und Schnaps und besaufen sich gleich vor den Läden», so Markus Laenzlinger, Geschäftsführer von Cevanova, welche die Avec-Shops betreibt.

Suchtfachleute begrüssen den Entscheid. Der Bund will noch weitergehen und ab 21 Uhr den Verkauf von Alkoholika über die Gasse generell verbieten. Diese Idee ist auf massiven Widerstand gestossen.

Nico Menzato

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