Zu viele Vorfälle: Kein Asyl mehr für Nordafrikaner in Muri
Aktualisiert

Zu viele VorfälleKein Asyl mehr für Nordafrikaner in Muri

Die Aargauer Gemeinde Muri weist alle Nordafrikaner aus ihrer Asylunterkunft. Grund ist die hohe Kriminalität. Doch nicht alle sind darüber froh.

von
Ilda Özalp
Die Asylbewerber-Unterkunft in Muri.

Die Asylbewerber-Unterkunft in Muri.

In der Asylbewerber-Unterkunft in Muri sind Nordafrikaner künftig unerwünscht: Die Aargauer Gemeinde hat mit dem Kanton vereinbart, dass die Maghrebiner ausquartiert und in andere Gemeinden um­platziert werden, wie die «Aargauer Zeitung» berichtete.

Hintergrund der drastischen Massnahme sind mehrere Diebstähle und sogar ein Mord, die von Nordafrikanern aus der Asylunterkunft in der Region verübt worden sind (20 Minuten berichtete). Dies schürte grosses Unbehagen in der Gemeinde: «Seit eineinhalb Jahren hat sich die Bevölkerung immer wieder über die Maghre­biner beschwert», sagt Josef ­Etterlin, Gemeindeammann von Muri. Die SVP hat deshalb gefordert, die Asylunterkunft gleich ganz zu schliessen.

Generalverdacht ist keine Lösung

Für Beat Meiner von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe ist der Ausschluss aller Maghrebiner – inklusive jener, die nie etwas getan haben – «eine unzulässige Pauschalisierung»: «Die Nordafrikaner werden unter Generalverdacht gestellt.» Er befürchtet, dass sich andere Gemeinden mit ähnlichen Problemen auf das Beispiel Muri berufen und ebenfalls solche Massnahmen fordern. SVP-Nationalrat Hans Fehr würde dies sehr begrüssen: «Das würde endlich den Druck auf den Bund erhöhen.»

Laut Heinz Brand muss das Asylproblem angesichts der vielen Probleme mit den Maghre­binern unter anderem durch Bundeszentren gelöst werden. «Die Bewegungsfreiheit der Asylbewerber aus Nordafrika muss eingeschränkt werden», sagt der frühere Präsident Vereinigung der kantonalen Migrationsämter.

Asyl-Plätze: Ueli Maurer skeptisch

Verteidigungsminister Ueli Maurer hat gestern den Bundesrat über den Stand der Dinge bei den Armeeunterkünften für Asylsuchende informiert. Die Vorgabe, bis Ende Jahr 2000 Plätze ­bereitzustellen, kann laut dem Verteidigungsdepartement (VBS) voraussichtlich erreicht werden. Bisher wurden laut VBS die ­Truppenlager Tschorren BE und Eigenthal LU in Betrieb genommen. Weniger optimistisch zeigt sich das VBS mit Blick auf Anlagen für dauerhafte Lösungen.

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