Kein Fastengebot im All
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Kein Fastengebot im All

Muslime sollen im Fastenmonat Ramadan von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht essen und trinken. Und was macht der erste Malaysier im All während seines Aufenthalts auf der ISS?

Glück gehabt: Er muss während des Ramadans nicht fasten. Der 35 Jahre alte Sheikh Muszaphar Shukor, ein gläubiger Muslim, könne seine religiösen Pflichten nach seiner Rückkehr zur Erde erfüllen, sagte Wissenschaftsminister Jamaluddin Jarjis.

Sheikh Muszaphar fliegt am 10. Oktober an Bord einer russischen Rakete zur ISS, der Ramadan endet zwei Tage später. Der Astronaut in spe hat bereits bei den Vorbereitungen auf seine Mission gefastet. Auch mit der Vorschrift der täglichen fünf Gebete darf es der Muslim im All nicht ganz so genau nehmen. Er erwarte, dass Sheikh Muszaphar lediglich drei Mal am Tag bete, um die Schwierigkeiten der Betrituale in der Schwerelosigkeit zu verringern, sagte Jarjis.

Eigentlich müssen Muslime im Ramadan fünf Mal am Tag kniend mit dem Gesicht nach Mekka gewandt beten. Doch das wirft an Bord eines Raumschiffs, das 16 Mal am Tag die Erde umkreist, Probleme auf. Der malaysische Fatwa-Rat hat sich bereits damit befasst und entschieden, dass der Astronaut wegen der Schwerelosigkeit nicht knien und sich auch nicht Hände und Gesicht mit Wasser säubern muss. Ein nasses Handtuch tue es auch, entschieden die Religionswächter.

Sheikh Muszaphar kehrt am 20. Oktober gemeinsam mit zwei russischen Besatzungsmitgliedern der ISS zur Erde zurück. (dapd)

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