1. Mai in Zürich: Kein Fest vor 20 Uhr: «Nicht hinnehmbar»
Aktualisiert

1. Mai in ZürichKein Fest vor 20 Uhr: «Nicht hinnehmbar»

Die Stadt Zürich hat Angst vor Krawallen und will nicht, dass am 1. Mai vor 20 Uhr auf dem Kasernenareal gefeiert wird. Dagegen wehrt sich jetzt das 1.-Mai-Komitee.

Das 1.-Mai-Komitee wehrt sich zusammen mit SP, Grünen und AL gegen die Auflage der Stadt, das diesjährige Fest am Tag der Arbeit erst Stunden nach dem Umzug beginnen zu lassen. Dieser Entscheid sei «nicht hinnehmbar», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag.

Mit der Auflage, vor 20 Uhr keinen Festbetrieb zuzulassen, nehme die Stadt Tausenden von Demonstrationsbesucherinnen und -besuchern das Recht auf ein gemeinsames, friedliches 1.-Mai-Fest auf dem Kasernenareal. Die Erfahrungen des letzten Jahres hätten gezeigt, dass das Festgelände bereits am frühen Nachmittag gefüllt gewesen sei - trotz offiziellem Festbeginn am Abend.

Die Begründung, dass ein Festbeginn im Anschluss an dem Umzug Ausschreitungen begünstige, akzeptiert das Komitee nicht. Das Fest stehe «in keinerlei Beziehung» zu den Ausschreitungen. Die «Nachdemo» habe nie auf dem Festareal begonnen und man habe diese auch in der Vergangenheit in keiner Art und Weise gebilligt.

Man halte deshalb an einem Festbeginn im Anschluss an die Schlusskundgebung auf dem Bürkliplatz fest. Auf einen Rekurs verzichte das Komitee, da diesem erst nach dem 1. Mai stattgegeben würde. Bis zum Tag der Arbeit würden aber entsprechende Verhandlungen mit der Stadt geführt.

Die Stadt selbst wird von ihrem Entscheid indes nicht abrücken, wie der Sprecher des Polizeidepartements, Reto Casanova, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Man sei aber an Gesprächen mit dem 1.-Mai-Komitee durchaus interessiert: «Wir werden weiterhin nach Lösungen suchen.»

Falls es nicht zu einer Einigung komme und das Fest im Freien vor 20 Uhr beginne, «dann werden wir das 1.-Mai-Komitee verzeigen», erklärte Casanova.

Komitee und Gewerkschaften uneins

Für den diesjährigen 1. Mai hat das Komitee den Slogan «Verlieren wir die Beherrschung» gewählt. Die grossen Zürcher Gewerkschaften bezeichneten diesen als «verfänglich und verantwortungslos».

Das 1.-Mai-Komitee, das verschiedene Organisatoren vereint, spiele mit dem Feuer, kritisierten die Unia, VPOD, Kommunikation und comedia. Anders als das Komitee bestehen die Gewerkschaften auf einer zeitlichen und räumlichen Trennung von Demonstration und Fest - wie bereits in den vergangenen Jahren. (sda)

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