Kein Gedenken an Führer-Stellvertreter
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Kein Gedenken an Führer-Stellvertreter

Das Landratsamt Wunsiedel hat die für den 18. August geplante Gedenkveranstaltung für den früheren Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess auch in diesem Jahr untersagt.

Das Verbot gelte sowohl für die Versammlung unter dem Titel «Gedenken an Rudolf Hess» als auch für jede Form von Ersatzveranstaltungen, teilte die Behörde am Freitag mit.

Die Kundgebung diene dazu, die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft zu verherrlichen. Dies geschehe in einer die Würde der Opfer des NS-Regimes verletzten Art, heisst es zur Begründung des Verbots. Zuletzt hatten sich die Neonazis 2004 in Wunsiedel versammelt.

Landrat Peter Seisser äusserte sich zuversichtlich, dass der Bescheid auch in diesem Jahr vor Gericht standhalten wird. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte ein Verbot aus dem Jahr 2005 bestätigt, die Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig läuft noch. Hess wurde nach seinem Selbstmord am 17. August 1987 in Wunsiedel beerdigt. In den 90er Jahren pilgerten jährlich zu seinem Todestag mehrere hundert Rechtsextremisten an sein Grab. (dapd)

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