Zeitmanagement: Kein Gehirn-Grounding dank Selbstmanagement
Aktualisiert

ZeitmanagementKein Gehirn-Grounding dank Selbstmanagement

Computer, Internet, E-Mail und Smartphones sind die Basis der modernen Arbeitswelt – und gleichzeitig die Ursache von Störungen und Ablenkungen.

von
Othmar Bertolosi
Schlecht geplant, ist halb erschlagen: Wer sein Zeitmanagement nicht im Griff hat, dem droht ein Burnout.

Schlecht geplant, ist halb erschlagen: Wer sein Zeitmanagement nicht im Griff hat, dem droht ein Burnout.

Elf Minuten, nachdem der moderne Büromensch eine Aufgabe begonnen hat, wird er bereits schon wieder davon abgelenkt: Durch E-Mails, SMS, Social Network-Anfragen – neuerdings vermehrt auch über das Smartphone - oder Kolleginnen und Kollegen, die mal "kurz vorbeischauen". Und weil die Ablenkung Zeit in Anspruch nimmt und es auch dauert, bis man sich wieder in die Arbeit vertieft hat, bleiben von einer Stunde gerade mal 22 Minuten, an denen tatsächlich an einer Aufgabe gearbeitet wird. Das zeigen Studien der amerikanischen Wissenschaftlerin Gloria Mark.

Die elektronischen und anderen Ablenkungen haben Folgen. Nicht nur, dass massiv Arbeitszeit mehr oder weniger unproduktiv verloren geht und Ziele nicht erreicht werden. "Die Störungen und Ablenkungen blockieren die eigene Leistungsfähigkeit", weiss Thomas Freitag, Ökonom und Coach. "Übermüdung und Hyperaktivität sind mögliche Folgen, der Blick auf die Resultate und das Wesentliche geht verloren. Und längerfristig droht ein Burnout."

Gegen die Ablenkung und Fremdsteuerung durch elektronische Zeitfresser und Energiediebe gibt es wirksame Gegenmassnahmen: Planen, abschalten und körperlich fit bleiben. "Es braucht zwar eine gesunde Portion Selbstvertrauen, das E-Mail-Programm und das Mobiltelefon für ein paar Stunden konzentriertes Arbeiten auszuschalten", erklärt Thomas Freitag. "Aber es lohnt sich." Genauso so wie Planung: "Wer Druck abbauen will, braucht eine konsequente Planung und muss sich klar definierte Ziele setzen", erklärt Urte von Wrycz- Reckowsky, Coach und Inhaberin der Beratungsfirma Ludina. "Und er muss seine Aufgaben priorisieren und sich auf das Wichtige konzentrieren". Die Arbeitszeiten, in denen Wichtiges, aber nicht Dringliches bearbeitet wird, sind besonders wertvoll. "Das ist die Goldgräber-Zeit, in der die grossen Aufgabenbrocken angepackt und abgearbeitet werden", erklärt Thomas Freitag. "Dauernde Störungen am Arbeitsplatz vermitteln dagegen das Gefühl, alles sei wichtig und dringlich. Das führt zur Überlastung - zum Gehirn-Grounding statt zum Goldfund."

http://www.mindmove.ch

http://www.ludina.ch

Goldene Tipps für effizientes Arbeiten

- Jeden Tag mit einer schriftlichen Tagesplanung starten

- Für konzentrierte Arbeiten Störquellen wie Handys und E-mail

abschalten

- E-Mails blockweise abrufen und bearbeiten. Zwei- bis drei Mal pro Tag sind ein guter Rhythmus

- Gezielt "goldene Stunden" einbauen, in denen Kollegen das Telefon übernehmen und man ungestört arbeiten kann

- Fixe Termine ausmachen, auch im Kollegenkreis

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