Aktualisiert 28.09.2010 20:18

Oklahoma City

Kein Gift für Hinrichtungen

Die Insassen der Todeszellen in US-Gefängnissen erhalten derzeit eine unfreiwillige Gnadenfrist: Viele der 35 Staaten, die Todesur­teile durch Giftspritzen vollstrecken, müssen die Hinrichtungen verschieben, weil ihnen der Vorrat an Thiopental ausgeht.

Das Narkosemittel wird entweder dazu verwendet, einen Sträfling vor der Giftspritze bewusstlos zu machen, oder in sehr ­hoher Dosis direkt als Todes­injektion. Im Staat Oklahoma musste bereits im August eine Exekution verschoben werden, in Virginia sind die Thiopental-Lager leer und Kentuckys Gouverneur unterzeichnet derzeit keine Hinrichtungsverfügungen mehr.

Das Problem: Andere Substanzen als Thiopental können von Gesetz wegen nicht eingesetzt werden. Und der einzige zugelassene Hersteller, die Firma Hospira, kann frühestens im Januar wieder liefern. Er begründet den Engpass mit Nachschub-Problemen bei einem Rohstoff. US-Medien spekulieren aber, dass die Firma moralische Bedenken hat, als «Lieferant der Henker» zu gelten.

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