Kleeblatt-Hochhaus: Kein Glück für Zürich

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Kleeblatt-HochhausKein Glück für Zürich

Das Kleeblatt-Hochhaus auf dem Areal des Tramdepots beim Escher-Wyss-Platz wird nicht realisiert. Der Zürcher Stadtrat hat das Projekt des Architekten Theo Hotz aus Kostengründen zurückgezogen.

Die Planung für die dringende Erweiterung des Tramdepots werde jedoch vorangetrieben, heisst es weiter. Es werde geprüft, ob sich ein einfaches, funktionales Tramdepot realisieren lasse, das es der nächsten Generation nicht verunmögliche, von Neuem eine Gebietsentwicklung an die Hand zu nehmen.

Klage blockiert Hochhaus

Weil das Hochhaus-Projekt unter anderem aufgrund einer Klage beim Verwaltungsgericht länger sistiert wurde und die gemeinderätliche Kommission die Beratung erst im November 2007 wieder aufnahm, wollte der Stadtrat seine Weisung aus dem Jahr 2005 für die Erhöhung des Projektierungskredits überprüfen.

Zu teure Wohnungen

Dabei zeigte sich, dass die Kosten schon wegen der Bauteuerung und den höheren Anforderungen an das nachhaltige Bauen um 20 Prozent gestiegen sind. Aufgrund der erwarteten Nettoinvestitionskosten von geschätzten 96,8 Millionen wären die Mieten der 148 Wohnungen (ohne Alterswohnungen) im Bereich der höheren Marktmieten in diesem Quartier zu liegen gekommen.

Der Stadtrat kam zum Schluss, dass Wohnungen in diesem Marktsegment im Portfolio der städtischen Wohnliegenschaften nicht sinnvoll sind. Auch die Stiftung Alterswohnungen schloss bei dieser Ausgangslage die Erstellung der geplanten Alterswohnungen aus.

Suche nach privaten Investoren

Es sei unbestritten, dass in Zürich eine Nachfrage nach qualitativ hochstehenden Wohnungen in Hochhäusern bestehe. Sie muss aber nach Meinung des Stadtrates durch private Investoren abgedeckt werden. Es wurde geprüft, ob die benötigte Parzelle im Baurecht an private Investoren abgegeben werden könnte.

Gespräche mit Interessenten seien erfolgt. Allerdings erwies sich die Höhe des Investitionsvolumens im Rahmen eines Baurechtvertrages für die Investoren als äusserst problematisch. Dieses Problem hätte nur mit einem Verkauf der Parzelle gelöst werden können.

Einen Verkauf der Parzelle mitten im Depotareal der VBZ erachtet der Stadtrat aber als wenig zweckmässig und politisch als nicht mehrheitsfähig. Darum zieht er die Weisung für die Erhöhung des Projektierungskredits und die Weisung für den Gestaltungsplan Tramdepot Hard Zürich-West zurück.

Damit zieht er einen Schlussstrich unter eine mehr als 20-jährige Geschichte rund um die Planung von allfälligen Zusatznutzungen auf dem Tramdepot-Areal beim Escher-Wyss-Platz.

(sda)

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