Interview: «Kein Internet, kein Handy»
Aktualisiert

Interview«Kein Internet, kein Handy»

Mit 12 kam Sängerin Pamela Méndez in ein strenges Internat. Dort entdeckte sie die Musik.

von
Martin Fischer
Das Mädchen hat doch was in der Birne, dachte ihre Mutter: Singer-Songwriterin Pamela Méndez, 23.

Das Mädchen hat doch was in der Birne, dachte ihre Mutter: Singer-Songwriterin Pamela Méndez, 23.

Pamela, weisst du noch, wann du deinen ersten Song geschrieben hast?

Pamela Méndez: Ja, das war mit 14. «Sistersong», über meine Schwester. Der ist jetzt sogar auf dem Album.

Worum geht es darin?

Ich kam mit 12 in ein Internat im Berner Oberland. Eine neue Welt für mich, meine Schwester blieb im Aargau. Wir wurden an

einem Punkt getrennt, wo man wichtige persönliche Entwicklungen durchmacht. Weil wir das getrennt erlebt haben, sind wir zwei sehr unterschiedliche Menschen geworden. Der Song handelt davon. Es ist hart, dass wir diese Zeit nicht zusammen erlebt hatten.

Warum kamst du ins Internat?

Ich war einfach eine schreckliche Schülerin. Schon in der Primar­schule hatte ich eine Zwei in Mathe.

Und dann?

Nach der Primar wäre ich in die Real gekommen. Meine Mutter fand: «Schissdräck, das Mädchen hat doch was in der Birne!» Wir haben lange überlegt und gemerkt, ein Internat wäre das Beste. Es gibt eins auf dem Hasliberg, ohne Noten. Das war sehr gut für mich. Danach konnte ich in den Gymer.

Wie oft hast du deine Familie gesehen in dieser Zeit?

Sie haben mich oft besucht. Aber ich war schon sehr isoliert. Ich konnte nur in den

Ferien heim.

Da gabs noch kein Facebook.

Ja. Es war eh so eine Anti-Konsum-Schule: kein Internet, kein Handy, keine eigenen CD-Player.

War das schlimm für dich?

Positiv! Das erste Jahr war schwierig. Aber ich gewöhnte mich dran und hatte ja Freunde dort.

Was lief am Wochenende?

Wir haben Spielnachmittage organisiert und viel Tee getrunken.

Nie in den Ausgang?

Das hat mich nicht so interessiert. Es gab schon auch ein paar, die kifften und rauchten. Aber es war eigentlich alles sehr brav. Konstruktiv.

Konstruktiv?

Ich habe viel gelesen, Theater gespielt und getanzt. Und angefangen Musik zu machen.

Wann wusstest du, dass du Sängerin sein willst?

Schon als Kind. Dann führten wir mit dem Internat ein Musical auf, ich hatte eine Hauptrolle. Das war die Bestätigung: Bühne! Unbedingt! Ich war immer am glücklichsten, wenn ich singen konnte.

Lebst du von der Musik?

Das ist mein Ziel. Ich bin 23, liege gut im Plan.

Wovon lebst du jetzt?

Von meiner Mutter. Vom Bio-Lädeli, wo ich ab und zu arbeite. Und von Gigs.

Was machst du gern neben der Musik?

Yoga!

Zauberhafte Songs

Sie wird geliebt werden! Pamelas Debütalbum «I Will Be Loved» fährt direkt unter die Haut: Elf zauberhafte Popsongs, passgenau produziert von Lunik-Mastermind Luk Zimmermann. Anhören: «Bubble Bubble», «Make-up», «Home», «Empty House».

Pamela Méndez - «I Will Be Loved»

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