Aktualisiert 08.12.2008 17:52

Dioxin-SkandalKein irisches Schweinefleisch in der Schweiz

Irisches Schweinefleisch ist laut der EU-Kommission in rund 25 Staaten exportiert worden. Die Schweiz befindet sich entgegen Meldungen aus Brüssel nicht darunter.

Über das europäische Schellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel erhielten die Schweizer Behörden am Sonntagabend die Meldung, seit September seien 138 Tonnen Schweinefleisch aus Irland in die Schweiz gelangt.

Nachforschungen hätten aber gezeigt, dass das Fleisch zwar von einem Schweizer Zwischenhändler weiterverkauft, nicht aber in die Schweiz eingeführt worden sei, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mit.

Gemeinsam mit der Oberzolldirektion klärt das BAG nun ab, ob andere Händler Fleisch aus Irland in die Schweiz importiert haben. In diesem Fall würden die Waren beschlagnahmt, schreibt das BAG. Sollten gesundheitsgefährdende Produkte auf dem Schweizer Markt auftauchen, wollen die Gesundheitsbehörden sofort eine öffentliche Warnung aussprechen.

Polizei ermittelt

Nach Angaben der irischen Lebensmittelschutzbehörde FSAI tauchte belastetes Fleisch bereits in den Niederlanden, Frankreich und Belgien auf. Auf der Suche nach dem Grund für die Verunreinigung schaltete sich unterdessen auch die Polizei ein.

Die EU-Kommission berief ein Treffen von Behördenvertretern der betroffenen EU-Länder ein, um für ein abgestimmtes Vorgehen zu sorgen. Zur Diskussion stehe etwa eine Rückrufaktion, sagte eine Sprecherin in Brüssel.

Einen Grund für einen Exportstopp für irisches Schweinefleisch gebe es derzeit aber nicht. «Die irischen Behörden haben alle notwendigen und möglichen Schritte eingeleitet», sagte die Sprecherin. Diese Massnahmen reichten derzeit aus.

Notschlachtungen in Irland

Quelle der Verunreinigung ist nach ersten Erkenntnissen der Behörden ein Tierfutter-Hersteller aus dem Südosten Irlands. Möglicherweise wurde bei dem Unternehmen ein falsches Öl zum Trocknen des Futters benutzt.

Die Schweinewirtschaft ist der grösste Agrarsektor Irlands und bringt jährliche etwa 400 Millionen Euro ein. Nach Einschätzung der irischen Behörden müssen nun aber bis zu 100 000 Schweine wegen des Skandals notgeschlachtet werden.

Der irische Ministerpräsident Brian Cowen berief Krisengespräche ein. Befürchtet wurden drastische Auswirkungen auf die irische Landwirtschaft. Irland ist derzeit in einer schweren wirtschaftlichen Lage und ist das erste Land in Europa, das wegen der Finanzkrise in die Rezession gerutscht ist. (sda)

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