Kriminelle Jugendliche: «Kein Kiffer, den ich kenne, war je aggressiv»
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Kriminelle Jugendliche«Kein Kiffer, den ich kenne, war je aggressiv»

Dass Cannabis laut einer Studien gewaltfördernd wirken soll, ärgert die Leser sehr. Viele empfinden die Ergebnisse als reine Hetze.

von
ann
Einen Joint zu rauchen, beruhigt viele Leute. Kein Leser kann sich vorstellen, dass dies aggressiv macht.

Einen Joint zu rauchen, beruhigt viele Leute. Kein Leser kann sich vorstellen, dass dies aggressiv macht.

Keystone/Robin Utrecht

Die Studie über kriminelle Jugendliche im Aargau von Martin Killias hat für viel Aufregung gesorgt. Viele Leser zweifeln nicht an den Ergebnissen, sondern an den Schlussfolgerungen. Hier ihre Kritik.

Studienergebnis: Cannabis hat eine enthemmende, gewaltfördernde Wirkung.

Jonas: «Habe selber bis vor kurzem gekifft, bin «Rauschtrinker» und habe auch schon andere Drogen ausprobiert. Ob mans glaubt oder nicht – ich breche in keine Häuser ein, verübe auch sonst keine Straftaten, bin gut in der Berufsschule und habe einen guten Job.»

Kilian: Ob die Aggressionen hier vom Cannabis hervorgerufen werden, wage ich zu bezweifeln, da Cannabis eine sehr beruhigende Wirkung hat.

Yx: Ich kiffe regelmässig. Wenn ich high bin, lache ich viel, esse viel, bin etwas träge und überaus glücklich. Gewalttätig wurde ich noch nie.

Aline: Kiffen entspannt mich sehr!! Aber wenn ich nicht kiffe, dann drehe ich ab!

Dave: Es ist doch viel eher anzunehmen, dass Jugendliche, die zur Kriminalität neigen, eine tiefere Hemmschwelle gegenüber allem Illegalem haben, inklusive Kiffen.

Fabian: Kausalität und Korrelation ... Führt Kiffen zu Schwierigkeiten oder kiffen Jugendliche mit Schwierigkeiten öfter?

Polizist: Ich arbeite bei der Drogenfahndung und muss sagen, dass wir sehr gerne zu Kiffern gehen: Die werden nämlich weder aggressiv noch ausfallend, sind trotz Rüge und Bussen unsererseits fast ausnehmend freundlich. Einen gewalttätigen Kiffer habe ich persönlich noch nie erlebt.

Studienergebnis: Am häufigsten fallen Cannabiskonsumenten durch Drogenverkauf auf.

Linus: Dass ein Drittel aller Kiffer mit illegalen Drogen handelt, deckt sich überhaupt nicht mit meinen Erfahrungswerten.

Cyrille: Dass Kiffer häufiger mit Drogen dealen, liegt auf der Hand, weil Cannabis eine Droge ist.

Marie: Ist ja logisch, dass Rauschtrinker weniger mit illegalen Drogen handeln. Ihre Droge können sie ja legal kaufen, was den Konsumenten von Cannabis nicht möglich ist.

Janosch: Kiffer handeln mit Drogen, das klingt, als ob die zwei Kilo Kokain jede Woche verticken würden. Dabei ist doch logisch, dass Kiffer hin und wieder mal ein wenig von ihrem Stoff verkaufen. Das kann man ja wohl nicht als Drogenhandel bezeichnen.

Studienergebnis: Knapp 30 Prozent der Cannabis-Konsumenten gaben an, schon einmal einen Ladendiebstahl verübt zu haben.

Woozie: In Bezug auf Diebstahl kann ich ihnen recht geben, aber wenn es um Schlägereien geht, nicht. Wir Kiffer sind es nicht gewohnt, uns anzustrengen. Wenn man stoned ist, braucht es schon noch mehr, vielleicht ein paar Bier dazu oder Koks.

Nice: Ladendiebstahl. Ich hab mal Gummibärli geklaut, weil ich so Hunger hatte. Betrunkene klauen bestimmt nicht nur ein paar Gummibärli.

Studienergebnis: Einen Raub oder eine Körperverletzung verübten bereits rund 11 Prozent der Kiffer.

Sven: Keiner, mit dem ich bis jetzt gekifft habe, war je aggressiv oder wollte einen Laden ausrauben! Es gibt Jugendliche, die das vielleicht machen, aber die sind von Natur aus schon aggressiv.

Lars: Solche Behauptungen sind völlig unglaubwürdig. Cannabisraucher sind wohl die friedlichsten Menschen, die es gibt.

Nadine: Zu behaupten, Gras mache aggressiv, erachte ich als Lüge. Wer Aggressionspotential in sich trägt, ist auch ohne Gras oder Alkohol eine scharfe Bombe. Ich werde nicht aggressiv, sondern gelassen und meist lustig.

Leona: Alkohol macht aggressiv. Mit Marihuana schläft man ein und dann kann man keiner Fliege mehr was zuleide tun. Meine Freunde sind alle Kiffer und sie würden niemals jemandem Gewalt antun.

Studienergebnis: Kiffen erweist sich für deliktisches Verhalten als stärker problematisch als schwere Formen von Alkoholmissbrauch.

Colin: Nur damit das klar ist: Nicht wer kifft, ist eher kriminell, sondern wer kriminell ist, kifft eher!

Leona: Klar gibt es viele Kiffer, die dealen. Es ist ja auch illegal. Wie sonst soll man sich das Gras holen?

D. Rogen: Aus der Befragung geht in keiner Weise hervor, dass Cannabiskonsum zu Delikten verleitet. Es ist nur so, dass die demographische Gruppe der Kiffer eher Straftaten verübt als Alkoholtrinker.

Edon: Das Einzige, das ein Kiffer kaputtmacht, ist die Chips-Packung, die er vor dem Fernseher zerreisst.

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