Aktualisiert 01.04.2010 17:06

Genügend AngeboteKein Kinderanwalt für Zürich

Der Zürcher Regierungsrat sieht keine Notwendigkeit, einen Kinderschutzanwalt einzusetzen oder eine kantonale Fachstelle für Kinderschutz zu schaffen.

Für den Zürcher Regierungsrat wird den kinderspezifischen Anliegen mit bestehenden Angeboten bereits Rechnung getragen. Für Abklärungs- und Gutachteraufträge sowie zivilrechtliche Kinderschutzmassnahmen beschäfigten die Jugendhilfestellen fachlich ausgewiesenes Personal. Das teilte der Regierungsrat am Donnerstag in seiner Stellungnahme zu einer Anfrage von FDP-Kantonsrätin Carmen Walker Späh (Zürich).

Für zivilrechtliche Kindesschutzmassnahmen stünden zudem auf kantonaler Ebene als auch in der Stadt Zürich spezialisierte Juristinnen und Juristen zur Verfügung. Diese vertreten die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Strafverfahren oder bei familiären Streitigkeiten vor Gericht, wie der Regierungsrat weiter ausführt.

Eine wichtige Stellung im Kindesschutz misst die Exekutive neben den Jugendhilfestellen den öffentlichen und privaten Fachstellen zu. Dazu gehörten die klinischen Kinderschutzgruppen, die Kinderschutzgruppen der Polizeikorps, die Opferhilfestellen oder stationäre Einrichtungen wie das Schlupfhuus, der Elternnotruf oder das Nottelefon 147.

Vormundschaftswesen wird professioneller

In ihrer Gesamtheit bildeten diese Angebote ein dichtes Netz für Prävention, Beratung, Begleitung und Unterstützung von Kindern und deren Eltern in Fällen von Kindesmisshandlung, sexueller Ausbeutung oder Vernachlässigung.

Zudem müsse aufgrund der Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB) im Kanton Zürich das Vormundschaftswesen ohnehin reorganisiert werden. Das neue Vormundschaftsrecht schreibe die Professionalisierung der Behördenorganisation vor. Das lasse auch einen verbesserten Kindesschutz erwarten. Die neuen Regelungen treten voraussichtlich am 1. Januar 2013 in Kraft, wie der Regierungsrat schreibt.

(sda)

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