Nach dem Umbruch: «Kein neuer FCB, nur ein veränderter»
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Nach dem Umbruch«Kein neuer FCB, nur ein veränderter»

51 Tage nach dem Gewinn des Doubles startet der «neue» FC Basel heute Abend gegen Servette in die Meisterschaft 2012/13. Es wartet ein happiges Programm.

von
ete
FCB-Trainer Heiko Vogel startet am Freitag mit seinem Team zur Mission Titelverteidigung. (Bild: Keystone)

FCB-Trainer Heiko Vogel startet am Freitag mit seinem Team zur Mission Titelverteidigung. (Bild: Keystone)

Die Investitionen waren hoch. Es galt schliesslich fünf namhafte Abgänge (Huggel, Abraham, Xhaka, Shaqiri und Chipperfield) zu ersetzen. Rund zehn Millionen Franken hat der Meister für Mohamed Salah, Marcelo Diaz, Gaston Sauro, Germano Vailati, David Degen und Fabian Schär ausgegeben. Lediglich 26 Tage hatte Vogel Zeit, die Neuen zu integrieren. Erschwerend kam hinzu, dass Sauro und Diaz erst letzten Samstag eingetroffen waren.

«Veränderungen gehören zum Leben»

Viel Anlaufzeit hat der FCB nicht, um in die Gänge zu kommen. Nach dem Auftaktspiel in Genf geht es am Dienstag in Estland in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League gegen Flora Tallinn weiter. Auf Rotblau warten zum Start englische Wochen mit fünf, eventuell sieben, Partien in der Liga und in der CL-Qualifikation bis zum 1. August. Doch auch da bleibt Vogel cool: «Die Qualifikation tut uns gut, denn so wissen wir, dass wir auch in der Liga gleich da sein müssen.»

Wie hat der FCB den grössten Umbruch in den letzten Jahren verkraftet? Vogel: «Das ist der Lauf der Dinge. Veränderungen gehören zum Leben. Aber verändert haben sich lediglich die Gesichter. Die Philosophie des Vereins bleibt die gleiche. Darum wird man keinen neuen FCB sehen, sondern nur einen veränderten. Der Umbruch bedeutet auch eine Chance.» Und weil die Qualität trotz der gewichtigen Abgänge eher noch gesteigert werden konnte, kann Vogel getrost ohne Kopfschmerzen in die Saison gehen.

An Geschwindigkeit dazugewonnen

«Wir haben definitiv mehr Geschwindigkeit im Kader. Im modernen Fussball ist das ein wichtiger Faktor, weil es beim Gegner Stress auslöst», so der 36-Jährige. Vogel denkt dabei an Salah und an Diaz, von dem Experten wahre Wunderdinge erzählen. FCB-Chefscout Ruedi Zbinden, der Diaz bei Universidad de Chile entdeckt hat: «Er kann rechts und zentral im Mittelfeld eingesetzt werden. Er ist enorm laufstark, stets unterwegs und immer anspielbar. Er holt sich die Bälle hinten ab und schaltet sich geschickt in die Offensive ein. Er ist ein hochinteressanter Spieler.»

Mit dem Duo Diaz/Yapi im Mittelfeld werde der FCB unberechenbarer, sagt Vogel, weil beide Spieler den Angriff auslösen könnten. «Ich lasse das Abenteuer zu und werde nicht festlegen, wer es tun soll. Der Gegner muss sich jetzt um zwei Spieler kümmern. Für ihn ist das ein Fluch, für mich ein Segen.» Auch wenn sich Vogel «noch nicht viele Gedanken über die Konkurrenz, weil sekundär» gemacht hat. Jene Teams, die auch in der letzten Saison vorne mitgespielt hätten, würden auch diesmal wieder oben mitspielen. «Diese Teams haben alle Hunger auf Titel», so der Pfälzer.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Den Basler Status quo sieht Vogel als Erfolg an. Das würde bedeuten: Meister, Cupsieger und Achtelfinal in der Champions League. Aber für Vogel gibt es auch andere Ansätze: Er will auch attraktiven und ästhetischen Fussball spielen lassen. «Wenn meine Mannschaft in allen Spielen alles gegeben hat, kann ich ihr keinen Vorwurf machen. Der FCB hat die Qualität, und die Ansprüche sind klar: Platz zwei in der Meisterschaft wäre eine Enttäuschung. Ausserdem peilen wir den Cupsieg an und wollen in der Champions League die Gruppenphase erreichen.»

Die Konkurrenz ist gewarnt. Bleibt zu hoffen, dass sie Rotblau diesmal mehr Widerstand leisten kann. Der höhere Rhythmus brächte nicht nur mehr Spannung in die Liga, den Fans mehr Spass, sondern dank dem besseren Niveau einen Vorteil für all jene, die beim Kräftemessen auf internationalem Parkett beteiligt sind. Denn Punkte kann die Schweiz für die 5-Jahres-Wertung der Uefa gut gebrauchen.

FCB-Sport-Direktor Georg Heitz spricht über die neuen Spieler wie Gaston Sauro und Marcelo Diaz, Ziele und Qualität im Kader des FC Basel. (Video: 20 Minuten Online)

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