Aktualisiert

Cleveland«Kein Polizist will ein Kind erschiessen»

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Zwölfjährigen nimmt die Polizei den Schützen in Schutz. Es sei nicht klar gewesen, dass der Junge nur eine Spielzeugpistole hatte.

Ein Mann mit einem Bild des erschossenen zwölfjährigen Tamir Rice.

Ein Mann mit einem Bild des erschossenen zwölfjährigen Tamir Rice.

Der Polizeichef der Stadt im US-Bundesstaat Ohio, Calvin Williams, sagte am Montag auf einer Pressekonferenz, kein Polizist in Cleveland wolle auf die Strasse gehen «und ein Kind erschiessen». Der Beamte, der geschossen habe, sei wegen der «Tragödie» am Boden zerstört. Gleichwohl habe er «sich verteidigen müssen».

Der zwölfjährige Tamir Rice hatte am Wochenende auf einem Spielplatz mit einer Pistolenattrappe herumgespielt, weshalb besorgte Beobachter die Polizei verständigten. Nach Angaben der Polizei wurde der Junge dann aufgefordert, die Hände zu heben, was er nicht tat. Stattdessen habe er nach der Waffe gegriffen und sei daraufhin angeschossen worden. Der Junge starb später im Spital.

«Waffen sind kein Spielzeug»

Laut Polizeichef Williams war auf Anhieb nicht ersichtlich, ob es sich um eine echte Waffe oder um eine Attrappe handelte. Derzeit werde der Vorfall noch detailliert ausgewertet, sagte er und versprach, dass alle Ergebnisse veröffentlicht würden. Er forderte zudem die Eltern von Kindern und Jugendlichen auf, diese über die Gefahren von Waffen aufzuklären: «Waffen sind kein Spielzeug.»

Der Einsatz polizeilicher Waffengewalt ist derzeit wieder ein sensibles Thema in den USA. In Ferguson im US-Bundesstaat Missouri wurde am Montag (Ortszeit) mit Spannung erwartet, ob nach den tödlichen Schüssen auf den unbewaffneten Teenager Michael Brown im August Anklage gegen den verantwortlichen Polizisten erhoben wird. (sda)

Deine Meinung