Bühnenkarriere auf Eis gelegt - Kein Publikum? – Marco Rima widerspricht Behauptung zu Tourneeabsage
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Bühnenkarriere auf Eis gelegtKein Publikum? – Marco Rima widerspricht Behauptung zu Tourneeabsage

Autoren eines Portals, das oft gegen Corona-Skeptiker austeilt, behaupten, Marco Rima sei der Rücktritt von Auftritten nahegelegt worden. «Das ist völlig falsch, wie so vieles andere auch», so sein Management.

von
Bettina Zanni
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«Das ist völlig falsch, wie so vieles andere auch, was in der Presse über Marco Rima berichtet wird», sagt Managerin Christina Rima auf Anfrage.

«Das ist völlig falsch, wie so vieles andere auch, was in der Presse über Marco Rima berichtet wird», sagt Managerin Christina Rima auf Anfrage.

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Die «Mittelländische Zeitung» behauptet, Anbieter hätten Marco Rima nahegelegt, vom gebuchten Auftritt zurückzutreten.

Die «Mittelländische Zeitung» behauptet, Anbieter hätten Marco Rima nahegelegt, vom gebuchten Auftritt zurückzutreten.

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Zuvor teilte Rima mit, er lege seine Bühnenkarriere als Kabarettist so lange auf Eis, bis es allen Menschen wieder möglich sei, eine Vorstellung von ihm ohne ein Zertifikat, Maske, Tests oder Einschränkungen besuchen zu dürfen.

Zuvor teilte Rima mit, er lege seine Bühnenkarriere als Kabarettist so lange auf Eis, bis es allen Menschen wieder möglich sei, eine Vorstellung von ihm ohne ein Zertifikat, Maske, Tests oder Einschränkungen besuchen zu dürfen.

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Darum gehts

  • Kürzlich gab Komiker Marco Rima bekannt, dass er seine Bühnenkarriere aufgrund der Corona-Massnahmen auf Eis lege.

  • Autoren der «Mittelländischen Zeitung» behaupten jedoch, Anbieter hätten Rima nahegelegt, vom gebuchten Auftritt zurückzutreten.

  • Seine Managerin weist hingegen auf die Beliebtheit seiner Auftritte hin.

Die Fans von Marco Rima müssen auf seine Live-Auftritte noch länger verzichten. Er lege seine Bühnenkarriere als Kabarettist so lange auf Eis, bis es allen Menschen wieder möglich sei, eine Vorstellung von ihm ohne ein Zertifikat, Maske, Tests oder Einschränkungen besuchen zu dürfen, teilte Rima am Donnerstag mit. Zwei Autoren der «Mittelländischen Zeitung» verpassen seiner Ankündigung jedoch einen anderen Anstrich.

Mit der Absage seiner Tournee verschweige der Komiker, dass gewisse Veranstaltungen nicht gelaufen seien und einige Veranstalter sogar boykottiert worden seien, die mit Auftritten von und mit Rima «drohten», schreiben die Autoren in einem aktuellen Beitrag. «Um hier Imageschäden zu vermeiden und durchaus auch finanzielle Verluste einzufahren, legte man nach Aussagen verschiedener Anbieter Rima nahe, vom gebuchten Auftritt zurückzutreten», behaupten sie. Mit Namen hätten die betreffenden Anbieter nicht genannt werden wollen.

«Image reinwaschen»

Die Meldung von Rima bezeichnen die Autoren als «übliche Ausreden des gefallenen Entertainers in Form eines Pamphlets». Sie werfen ihm vor: «Nun versucht er sein Image geschickt mit Inszenierung wieder reinzuwaschen, indem er sich als Opfer darstellt und jemanden, der gar nie das Virus angezweifelt habe, sondern lediglich die Massnahmen. Eine glatte Lüge.»

Die «Mittelländische Zeitung» fiel in der Pandemie immer wieder mit polemischen Beiträgen gegen Corona-Skeptiker, Verschwörungsmythen und Hate Speech auf. Vor allem bekannt wurde sie im April 2020 durch die veröffentlichte Zwischenbilanz zu Covid-19 des Herzchirurgen Paul Robert Vogt in Form eines ausführlichen Gastkommentars. Das Online-Magazin «Medienwoche» schrieb in einer Analyse über die Zeitung, ein Freiwilligen-Projekt: «Das Problem ist, dass sie sich ‹Zeitung› nennt, obwohl bei ihr Menschen ohne journalistische Ansprüche und ohne journalistisches Selbstverständnis die Kontrolle innehaben.»

Nomination zum Schneemann des Jahres

Eine Anfrage von 20 Minuten nach den Namen der erwähnten Anbieter, die Rima den Rücktritt gebuchter Auftritte nahegelegt haben sollen, liess die Zeitung am Freitag unbeantwortet. Auch in der Veranstalter-Szene konnte niemand die Behauptungen bestätigen.

Die Veranstalter des Arosa Humorfestivals reagierten auf die Tourneeabsage Rimas stattdessen mit humorvollem Bedauern. Am Donnerstag nominierte die Schneemann-Jury des Festivals Rima für die Auszeichnung des Negativ-Preises Schneemann des Jahres. Die Mitarbeitenden fänden die überraschende Absage nach den zähen Vertragsverhandlungen der letzten Monate alles andere als lustig, liess sich Tourismusdirektor Roland Schuler in einer Medienmitteilung zitieren.

«Das ist völlig falsch»

Das Management von Marco Rima wehrt sich gegen die Behauptungen der «Mittelländischen Zeitung». «Das ist völlig falsch, wie so vieles andere auch, was in der Presse über Marco Rima berichtet wird», sagt Managerin Christina Rima auf Anfrage. Alle bisherigen Marco-Rima-Tourneen würden von ihnen selbst veranstaltet. Veranstalter sei die Rima Entertainment AG. «Es gibt aber einzelne Shows, die tatsächlich an andere Veranstalter vergeben werden, zum Beispiel das Arosa Humorfestival, da man dort nicht selbst veranstalten kann. Doch auch hier lag die Entscheidung zu 100 Prozent bei uns.»

In den meisten im Vorverkauf befindlichen Vorstellungen wurden laut Rima schon weit über 70 Prozent der Kapazität erfüllt, sodass sie zertifikatsfrei gar nicht mehr hätten spielen dürfen. «Wir bekommen unglaublich viel Unterstützung aus der Bevölkerung.» Zudem hätten die meisten Theater grosses Verständnis für ihre Entscheidung und freuten sich auf ihre zukünftigen Buchungen.

Auftritt mit Folgen

Komiker Marco Rima geriet im September 2020 anlässlich seines Auftritts an einer Kundgebung von Massnahmen-Kritikern in die Schlagzeilen. Dem Publikum rief er zu: «Das Leben bedeutet Risiko. Und ja, man kann an Corona sterben, muss man aber nicht. Die wenigsten werden daran sterben, wahrscheinlich niemand in den nächsten Monaten.» Nachträglich entschuldigte er sich für die Aussage, dass wohl niemand am Virus sterben werde. Er sei im Redetext um eine Zeile verrutscht und habe eine «kapitale Falschaussage» gemacht.

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