Aktualisiert 20.05.2007 18:22

«Kein Pulitzer-Preis für mich»

MTV-Moderator Markus Kavka (39) gilt als Quasselstrippe. Noch lieber als zu quatschen liest und schreibt er aber. Morgen stellt er in Zürich sein literarisches Debüt vor.

Herr Kavka, lesen Sie viel?

Markus Kavka: Sehr viel. Im Jahr rattere ich schon 30 bis 40 Bücher durch. Zuletzt Rocko Schamonis «Dorfpunks».

Testen wir Ihr Wissen doch gleich mal.

Wen mögen Sie lieber: Homer oder Ovid?

Kavka: Ach, ich habe doch ein Latein-Abi. Also Ovid. Der war leichter zu übersetzen.

Von Musikern, die schreiben: Adam Green oder Blixa Bargeld?

Kavka: Ich finde Bargeld

literarisch wertvoller, Green liegt mir inhaltlich näher. Biographien von Musikern lese ich dagegen überhaupt nicht. Dann lieber einen Klassiker.

Zum Beispiel von Ihrem Namensvetter Franz?

Kavka: Klar. Franz Kafka las ich schon früh. Wohl auch, weil meine Eltern sein Werk besitzen und es nicht näher geklärte verwandtschaftliche Beziehungen gibt. Wir schrieben uns früher auch mit «f».

Dann steht Ihr eigenes Buch im Regal nach denen von Franz?

Kavka: Alphabetisch gesehen müsste es das. Aber ich fand: «Ne, geht nicht» und verramschte es zur Reiseliteratur.

Weshalb so bescheiden?

Kavka: In meiner Wahrnehmung bin ich weit davon entfernt, ein überaus genialer Moderator, geschweige denn Autor zu sein. Der Pulitzer-Preis für mich? Wird nicht passieren.

Trotzdem gibt es schon Angebote für einen Kavka-Roman. Endet das Kapitel MTV bald?

Kavka: So würde ich das nicht sagen. Aber mich langsam aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und alle paar Jahre ein Buch zu schreiben, wäre sehr schön.

Claudia Schlup

Lesung:

Morgen Dienstag liest Markus Kavka im Zürcher Kaufleuten aus seinem Buch «Elektrische Zahnbürsten». Zu Gast ist seine Kollegin Sarah Kuttner. Moderiert wird der Anlass von Marco Fritsche. Türöffnung: 19 Uhr (keine nummerierten Plätze), Beginn: 20 Uhr.

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