Kein One-Love-Bändeli an der WM: Fifa zwingt Nati zum Wechsel

Aktualisiert

Keine Liebe an der WMVon wegen Toleranz – Fifa zwingt Xhaka, Neuer und Co. zum Bändeli-Wechsel

Wegen der angekündigten Strafe der Fifa werden die Captainsbinden der «One Love»-Kampagne nun doch nicht getragen.

von
Tobias Wedermann
(aus Doha)
Lucas Werder
(aus Doha)
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Granit Xhaka beim Testspiel gegen Ghana. 

Granit Xhaka beim Testspiel gegen Ghana. 

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Braucht nun eine andere Captainsbinde: Granit Xhaka.

Braucht nun eine andere Captainsbinde: Granit Xhaka.

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Granit Xhaka könnte wegen seiner Captainsbinde eine Sperre drohen.

Granit Xhaka könnte wegen seiner Captainsbinde eine Sperre drohen.

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Darum gehts

  • Granit Xhaka verzichtet an der WM in Katar darauf, mit einer farbigen Captainsbinde aufzulaufen.

  • Grund dafür sind angekündigte Fifa-Strafen, sollten die Verbände hinter der Aktion «One Love» das untersagte «Bändeli» trotzdem tragen.  

  • Zusammen mit der Schweizer Nati knicken offenbar auch sechs weitere Verbände ein, darunter England, Deutschland und die Niederlande.

Nun also doch keine «One Love»-Binde: Wie der Schweizerische Fussballverband (SFV) am Montag mitteilt, verzichtet die Nati an der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar darauf, Captain Granit Xhaka (30) mit dem Regenbogen-Herz auflaufen zu lassen.

«Wir können unsere Spieler nicht in die Position bringen, in der sie sportliche Sanktionen inklusive Verwarnungen auf sich nehmen müssen», begründet SFV-Medienchef Adrian Arnold (49).

Schutz der Spieler im Vordergrund

Letztlich gehe es darum, unseren Spieler zu schützen, dass er nicht sportlich benachteiligt wird, heisst es weiter. Es sei bedauerlich, weil man eine positive Botschaft verbreiten wollte. Aber: «Wir werden diese Botschaft bei anderen Gelegenheiten nach aussen tragen. Dieser Entscheid der Fifa ändert nichts an unserem Wertekompass. Wir stehen ein für Respekt, Toleranz und Solidarität.»

Der Hintergrund: Am Sonntag hatte die Fifa mitgeteilt, dass die spezielle Captain-Binde gegen das Reglement verstosse. Dieses schreibt vor, dass sämtlich Ausrüstung wie Trinkflaschen, Sanitätstaschen und eben auch das Captain-Bändeli von der Fifa gestellt werden. Entsprechende Verstösse werden von einer Disziplinarkommission behandelt. Das Strafmass reicht von einer Ermahnung bis im schlimmsten Fall zu einer Sperre.

Auch Deutschland und England knicken ein

England spielt am Montag um 14 Uhr Schweizer Zeit gegen den Iran, auch Captain Harry Kane (29) wollte dafür eigentlich die «One Love»-Binde tragen. Doch nachdem die Fifa angedroht hatte, die Spieler zu bestrafen, verzichten England wie auch Wales auf die spezielle Captain-Binde. Man wolle nicht riskieren, dass die Spieler verwarnt oder sogar vom Platz gestellt werden, heisst es in einem Statement. Man sei vom Entscheid der Fifa enttäuscht.

Deutschland-Captain Manuel Neuer wird bei den WM-Spielen seiner Mannschaft in Katar ebenfalls ohne der «One Love»-Kapitänsbinde auflaufen. Dies teilte der Deutsche Fussball-Bund (DFB) am Montag mit.  Und auch der niederländische Verband gibt bekannt, dass man auf die Binde verzichten werde. 

«Gegen Geist des Sports»

Die Niederlande trifft am Montag (ab 17 Uhr) in der Gruppe A auf Senegal. «Dass die Fifa uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet», hiess es vonseiten des Verbandes.

Die «One Love»-Kampagne war ursprünglich eine gemeinsame Aktion der Teams aus Deutschland, England, den Niederlanden, Belgien, Schweiz, Wales, Frankreich, Dänemark sowie Norwegen und Schweden, die beide nicht für die WM qualifiziert sind. 

Fifa erklärt «One Love»-Verbot

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