Aktualisiert 03.02.2005 13:57

Kein Sanierungsbedarf für Margelacker

Bei den beiden mit Chemiemüll belasteten Deponien Feldreben und Rothausstrasse in Muttenz BL hat eine technische Untersuchung zu hohe Schadstoffwerte im Grundwasser gefunden.

Für die Deponie Margelacker sieht sie keinen Sanierungsbedarf. Der am Donnerstag vorgestellte Untersuchungsbericht kommt aber zum Schluss, dass trotz Grenzwertüberschreitungen für die Deponien Feldreben und Rothausstrasse kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Insbesondere bestehe keine Gefährdung des Trinkwassers, sagte der Muttenzer Gemeinderat Andreas Meyer vor den Medien.

Für die Deponie Margelacker, auf der heute eine Sportanlage steht, sieht das Lenkungsgremium «Untersuchungen Deponien Muttenz» überhaupt keinen Bedarf für eine Sanierung. Es empfiehlt dagegen eine Überwachung der Deponie. Die Kosten einer solchen Überwachung bezifferte Meyer auf 3000 bis 6000 Fr. jährlich.

Zweiter Bericht

Ein zweiter Bericht soll nun die Gefährdung aus den Deponien Feldreben und Rothausstrasse abschätzen und weitere Wissenslücken schliessen. Dieser Bericht könnte etwa in einem Jahr vorliegen, wie Meyer sagte. Auf seiner Basis soll über allfällige Sanierungsschritte für die beiden Deponien entschieden werden.

Die nun abgeschlossene Untersuchung hat für Feldreben und Rothausstrasse Hinweise auf das Austreten von Sickerwasser aus Abfällen der chemischen Industrie ergeben. Im Umfeld der Deponie Feldreben wurden zudem erhöhte Werte an chlorierten Kohlenwasserstoffen gefunden.

Komplexe Grundwasserströme

Als komplex erwiesen sich vor allem die Grundwasserströme im Umfeld der Deponie Feldreben. Der mit der Untersuchung beauftragte Experte Peter Hartmann schloss aber aus, dass Abwässer aus der Deponie in die rheinwärts gelegene Trinkwasser-Schutzzone Hard fliessen.

Die Grundwasserverhältnisse in diesem Gebiet werden von verschiedenen Faktoren massgeblich beeinflusst: Zum einen entnimmt ein Industriebetrieb mittels einer Pumpe Grundwasser, zum anderen reichert die Hardwasser AG das Grundwassergebiet regelmässig mit Rheinwasser an, was zu einem Fluss aus der Grundwasserzone hinaus führt.

Greenpeace fordert Sanierung

Die Umweltorganisation Greenpeace gab sich am Donnerstag enttäuscht über den «mageren Erkenntnisgewinn»: Die Gemeinde Muttenz verstricke sich immer mehr in langwierige und teure Untersuchungen. Die Umweltorganisation fordert nun eine sofortige Totalsanierung der Muttenzer Deponien.

Auch mit der «Entlassung» des Margelackers aus dem Sanierungsbedarf könne sich Greenpeace nicht einverstanden erklären, wie ein Vertreter an der Medienorientierung in Muttenz sagte.

(sda)

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