Kein Schadenersatz für Skiunfall
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Kein Schadenersatz für Skiunfall

Wer Ski fährt, geht ein gewisses Risiko ein. Dieses Urteil hat das Bundesgericht gesprochen und einem deutschen Skiurlauber, der auf einer Schweizer Piste verunfallte, die Zahlung einer Schadenersatzsumme abgesprochen.

Der Kläger verbrachte im Januar 1997 im Skigebiet des Kantons Glarus seine Sportferien. Zur Benützung der Skilifte und Skipisten besass er eine Wochenkarte der Sportbahnen Elm AG. Im untersten, relativ steilen Teil der Pisten stürzte der Deutsche und verlor mit aller Wahrscheinlichkeit beim Aufprall auf der hartgefrorenen Unterlage das Bewusstsein. In der Folge rutschte er unkontrolliert rund 75 Meter die Piste hinunter und rund zwölf Meter über den Pistenrand hinaus und glitt dann über eine Böschung in einen sechzehn Meter tiefen Geländeeinschnitt, wo er auf ein Rohr aufschlug und sich einen offenen Schädelbruch zuzog. Der Unfall machte einen längeren Spitalaufenthalt nötig und hat wahrscheinlich zu einer bleibenden Gehbehinderung geführt.

Nach erfolglosem Sühneverfahren beantragte der Kläger im November 2000 beim Kantonsgericht Glarus eine Schadenersatzzahlung in der Höhe von 475.000 DM. Das Kantonsgericht ebenso wie das Obergericht und nun das Bundesgericht wiesen sowohl die Klage als auch die nachfolgende Berufung durchs Band ab. Wer Ski fahre, gehe ein gewisses Risiko ein, kamen die Lausanner Richter im Verhältnis von drei zu zwei Stimmen zum Schluss. Der Unfall sei eine Verkettung unglücklicher Umstände gewesen. Dafür könnten nicht die Sportbahnen verantwortlich gemacht werden. Die Pistenverantwortlichen müssten nur typische Gefahrenherde ausmerzen, nicht jedoch jedes erdenkliche Risiko vom Skifahrer abwenden. Die Gefahrenstelle sei zwölf Meter vom Pistenrand entfernt gewesen, womit der Pistenraum genügend gross gewesen sei. Richtlinien gingen normalerweise von zwei Metern aus. Laut Bundesgericht kann es nicht sein, dass bei jeder Pistenvereisung überall Fangnetze aufgestellt werden müssen. Der abgeblitzte Kläger muss Gerichtskosten von 6.500 Franken übernehmen sowie den Sportbahnen Elm eine Parteienentschädigung von 7.500 Franken zahlen.

(dapd)

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