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Gestörter StoffwechselKein Schlaf? Muskeln verdauen sich selbst

Wer zu wenig schläft, ist müde – und leidet auch körperlich. Schon eine einzige schlaflose Nacht kann unter anderem den Muskeln ordentlich zusetzen.

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Nach einer Nacht mit schlechtem oder schlicht zu wenig Schlaf fühlen wir uns meist wie erschlagen. Doch das ist noch nicht alles.

Nach einer Nacht mit schlechtem oder schlicht zu wenig Schlaf fühlen wir uns meist wie erschlagen. Doch das ist noch nicht alles.

iStock/Jacoblund
Wie schwedische Forscher nachgewiesen haben, verändert bereits eine Nacht ohne Schlaf den Stoffwechsel von Muskeln und Fett, wie es im Fachjournal «Sciences Advances» heisst.

Wie schwedische Forscher nachgewiesen haben, verändert bereits eine Nacht ohne Schlaf den Stoffwechsel von Muskeln und Fett, wie es im Fachjournal «Sciences Advances» heisst.

iStock/Jhorrocks
Konkret bedeutet das: Das Fett wird mehr, die Muskeln weniger. Die Forscher vermuten die Ursachen im Gehirn. (Im Bild: Plastinat in einer Körperwelten-Ausstellung von Gunter von Hagens, 2011)

Konkret bedeutet das: Das Fett wird mehr, die Muskeln weniger. Die Forscher vermuten die Ursachen im Gehirn. (Im Bild: Plastinat in einer Körperwelten-Ausstellung von Gunter von Hagens, 2011)

Keystone/Georgios Kefalas

Schlaf ist wichtig. Bekommt man zu wenig davon, kommt es zu geistigen Leistungseinbussen, und auch das Erkältungsrisiko steigt drastisch an. Zudem haben Menschen, die sich zu wenig Ruhe gönnen, oft zu viele Kilos auf den Hüften.

Doch das sind nicht die einzigen Nebenwirkungen schlafloser Nächte, wie schwedische Forscher im Fachjournal «Science Advances» schreiben. Demnach sorgt schon eine schlaflose Nacht für eine Umstellung des Stoffwechsels.

Mangelts an Schlaf, reagiert der Körper

Für die Studie hatte das Team um Christian Benedict von der Universität Uppsala das Fett- und Muskelgewebe von 15 jungen, gesunden Männern untersucht, und zwar einmal nach einer durchgeschlafenen und einmal nach einer durchgemachten Nacht.

Dabei zeigte sich, dass die Stoffwechselveränderung in den Muskeln dafür sorgte, dass der Muskel kaum mehr Glukose (Zucker) verwertete – und gleichzeitig Proteine abbaute. In anderen Worten: «Der Muskel fängt an, sich sozusagen selbst zu verdauen», so Benedict gegenüber dem ORF.

Bei der Analyse des Fettgewebes zeigte sich dagegen, dass dieses aufgrund des Schlafmangels auf Einlagerung umstellt.

Ursache liegt im Gehirn

Benedict und sein Team vermuten, dass die Ursache für die gegenläufigen Stoffwechselveränderungen – der Körper speichert und baut gleichzeitig Energie ab – im Gehirn zu finden sind. Dieses hat bei Schlafmangel einen höheren Energiebedarf und setzt Stresshormone frei. Dadurch signalisiert es den Muskeln, sie müssen die Aufnahme von Glukose stoppen, damit sie dem Gehirn zur Verfügung stehen kann.

Dem Fettgewebe werde dagegen mitgeteilt, es solle Energie speichern – um für die nächste Periode des Schlafentzuges gerüstet zu sein. Ob dem wirklich so ist, sollen weitere Studien zeigen.

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