Aktualisiert 11.06.2008 19:26

Hoher ÖlpreisKein Sprit für Busse - Chaos in Argentinien

Hunderte Busse der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires mussten wegen Treibstoffmangels in den Depots bleiben. An den Haltestellen der betroffenen Buslinien spielten sich chaotische Szenen ab.

Aufgebrachte Pendler versuchten, sich in die wenigen, völlig überfüllten Fahrzeuge zu quetschen. Die privaten Busunternehmen teilten mit, der Mineralölkonzern Shell habe weniger Diesel als normal geliefert. Shell wiederum betonte, sie hätten nicht genügend Rohöl erhalten und warteten derzeit auf Importe.

Der argentinische Staat hält die Preise für Benzin und Diesel wie für andere Energiearten künstlich niedrig. So kostet ein Liter Diesel umgerechnet nur 64 Rappen.

Die Mineralölkonzerne wie Shell, die im Land Erdöl fördern und verarbeiten, dürfen nur dann Erdölprodukte exportieren, wenn der Binnenmarkt gesättigt ist. Wegen der mangelnden Gewinnspanne wurde in den vergangenen Jahren jedoch nur wenig investiert, während der Bedarf durch einen Autoboom stark gestiegen ist.

Schlechte Qualität

Vom Dieselmangel sind auch der Privatverkehr und die Taxis betroffen. Die Landwirtschaft beklagt ebenfalls, dass die Maschinen während der Ernte und der Aussaat immer wieder Zwangspausen wegen fehlenden Diesels einlegen müssen.

Autofahrer berichten zudem, dass die Qualität des verkauften Diesels in den vergangenen Monaten stark nachgelassen habe. Selbst bei neuen Autos aus heimischer Produktion komme schwazer Dieselqualm aus dem Auspuff, und der Verbrauch je 100 Kilometer sei erheblich gestiegen.

Importierte Dieselfahrzeuge mit neuester Technik blieben sogar oft liegen, weil der schlechte Treibstoff die Motoren ruiniere.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.