Kein Strafverfahren gegen Saddams Halbbruder
Aktualisiert

Kein Strafverfahren gegen Saddams Halbbruder

Gegen den Halbbruder des früheren irakischen Diktator Saddam Hussein, Barzan el Tikriti, wird in der Schweiz kein Strafverfahren eröffnet.

Verteidigungsminister Samuel Schmid lehnte dies ab, wie das VBS am Dienstag in einem Communiqué mitteilt.

Ein Strafverfahren wird laut dem Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) abgelehnt, weil sich der Beschuldigte nicht in der Schweiz aufhält.

Zudem sei zweifelhaft, ob die eingeklagten Ereignisse aus den 80er Jahren überhaupt als bewaffnete Konflikte im Sinne der Genfer Konventionen gelten gemacht werden können. Zuvor hatte sich bereits die Militärjustiz gegen die Eröffnung eines Verfahrens ausgesprochen.

Ein Exil-Iraker hatte dem früheren Botschafter in Genf in einer Anzeige Kriegsverbrechen und Völkermord vorgeworfen. Barzan el Tikriti soll demnach 1983 an der Verschleppung und Ermordung irakischer Kurden beteiligt gewesen sein.

Barzan el Tikriti wurde Mitte April von US-Truppen in Irak festgenommen. Von 1988 bis 1999 war er irakischer UNO-Botschafter in Genf, wo er als Saddam Husseins Bankier in der Schweiz galt. Für Barzan el Tikriti gilt nach Angaben des VBS eine Einreisesperre in die Schweiz.

(sda)

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