Kein Strom, kein Wasser, kein Brot

Aktualisiert

Kein Strom, kein Wasser, kein Brot

Regelmässige Stromausfälle haben in Simbabwe drastische Einbrüche bei der Getreideernte zur Folge und werden die Brotknappheit in dem afrikanischen Land weiter verschärfen.

Viele Bauern hätten ihre Felder nicht ausreichend bewässern können, erklärte das Landwirtschaftsministerium laut einem Bericht der staatlichen Zeitung «Sunday Mail». Die Ernten lägen daher bei nur einem Drittel der benötigten Menge.

Simbabwe importiert fast 40 Prozent seiner Energie aus Nachbarländern. Die staatliche Stromgesellschaft kündigte am Freitag an, die täglichen Phasen, in denen es keinen Strom gebe, würden um 50 Prozent ausgeweitet, weil Mosambik seine Exporte eingeschränkt habe. Der Grund sind ausstehende Zahlungen in Höhe von umgerechnet 25 Millionen Euro. Die meisten Bäckereien in Simbabwe hatten in den vergangenen Tagen bereits geschlossen, unter anderem, weil kein Mehl mehr geliefert wurde. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) werden bis zur nächsten Maisernte im April mindestens drei Millionen Menschen - ein Viertel der Bevölkerung - auf Lebensmittellieferungen angewiesen sein.

Betroffen von dem Stromausfall war auch die Tabakindustrie. Die Bauern begannen in diesem Monat mit der Aussaat, wie die Bauernvereinigung erklärte. In vielen Fällen sei die Saat allerdings verkümmert, weil ohne Strom keine Bewässerung möglich gewesen sei. Auch Zeitungen gab es am Sonntag kaum. Papier und anderes Material war knapp und auch die Anzeigen gingen zurück, weil Konsumgüter in den Läden nicht mehr zu finden sind. Die staatlichen Zeitungen und die einzige unabhängige Sonntagszeitung erschienen darum in deutlich geringerer Auflage als sonst. (dapd)

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