Kein Testament: Erbt nun der Kanton die Millionen?
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Kein Testament: Erbt nun der Kanton die Millionen?

In Zürich sterben immer mehr Menschen, ohne ein Testament zu hinterlassen. So auch der Multimillionär Edis Ecer. Wenn sich keine Verwandten melden, fällt sein Erbe dem Kanton zu.

Als der türkische Staatsangehörige Edis Ecer am 29. Oktober 2003 mit 86 Jahren in Zürich starb, hinterliess er ein Vermögen, aber kein Testament. Acht Millionen Franken und etwa 10 000 wertvolle Münzen soll er laut der türkischen Zeitung «Post Schweiz» besessen haben. Nun bemüht sich das Bezirksgericht Zürich, Ecers gesetzliche Erben ausfindig zu machen. «In solchen Fällen veröffentlichen wir im Amtsblatt des Kantons Zürich und in anderen Zeitungen einen Erbenaufruf», so Gerichtsschreiberin Marion Erhardt. Wenn es sich um einen ausländischen Staatsangehörigen handelt, werden auch in dessen Heimat Anzeigen geschaltet. Falls innert Jahresfrist keine Verwandten auftauchen, fliesst der Nachlass in die Kantonskasse.

«Dies kommt höchstens einmal im Jahr vor», schätzt Erhardt. Trotzdem hat man am Bezirksgericht wegen fehlender Testamente alle Hände voll zu tun. «Allein um Erben zu ermitteln, arbeiten hier 13 Personen», so Erhardt. Seit dem Jahr 2000 hätten die Nach-

lassgeschäfte stark zugenommen. Den Aufwand des Gerichts bezahlen die Erben. Erhardt: «Ich rate deshalb jedem, ein Testament zu machen.»

Alexandra Roder

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