Kein Verbot der Tabakwerbung
Aktualisiert

Kein Verbot der Tabakwerbung

Der Nationalrat hat sich mit 92 zu 85 Stimmen gegen ein weitgehendes Verbot der Tabakwerbung ausgesprochen.

Die wirtschaftlichen Bedenken einer bürgerlichen Mehrheit setzten sich gegen gesundheitspolitische Argumente durch.

Das zur Diskussion stehende Werbeverbot bringe eine massive Einschränkung der Werbe- und damit auch der Gewerbefreiheit, warnte Pierre Triponez (FDP/BE). Er zweifelte zudem die Wirkung eines Verbots an. Weniger Werbung bedeute nicht automatisch weniger Konsum, denn über die Werbung werde lediglich die Markenauswahl gesteuert. Die Ratslinke wollte dagegen mit einem Verbot die Jugendlichen besser schützen, die die Tabakwerbung direkt im Visier habe. Je früher jemand mit dem Rauchen beginne, desto grösser werde seine Abhängigkeit und desto höher seien letztlich auch die Gesundheitskosten, sagte Ruth Humbel Näf (CVP/AG) namens der vorberatenden Kommission. Zudem sei es unsinnig, mit Werbung Jugendliche zum Rauchen zu verlocken und gleichzeitig mit Steuergeldern Präventionskampagnen durchzuführen.

Die von alt Nationalrat Christian Grobet (SP/GE) eingereichte Initiative hatte ein Tabakwerbeverbot auf öffentlichem Grund und Boden gefordert sowie an Orten, die von dorther zu sehen sind. Weiter sollte die Werbung an öffentlich zugänglichen Orten wie Bahnhöfen, Kinos oder Sportzentren untersagt werden. Unter das Verbot hätten schliesslich das Sponsoring von Sportveranstaltungen oder kulturellen Anlässen und die Tabakwerbung in Zeitungen und Zeitschriften fallen sollen. (dapd)

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