Aktualisiert 27.09.2004 13:52

Kein Verbot für Elektroschock-Behandlung

Der Zürcher Kantonsrat will nichts wissen von einem Verbot für Elektroschock-Behandlungen im Psychiatriebereich.

Eine Einzelinitiative eines Zürcher Stimmbürgers fand am Montag keine Unterstützung.

Diese spezielle Therapie-Form werde stets emotional diskutiert, sagte Peter Schulthess (SP, Stäfa). Dies weil damit Folter assoziert würde oder weil Filme wie «Einer flog über das Kuckucksnest» das Bild der psychiatrischen Klinik nachhaltig geprägt habe. Ein Verbot aber gehe zu weit, zumal die Therapie den Patienten freigestellt sei.

Oskar Denzler (FDP, Winterthur) erklärte, dass diese umstrittenen Methode nur noch sehr selten zur Anwendung komme - und nur bei aller schwersten Depressionen oder speziellen Fällen von Schizophrenie. Die Verantwortung dieser Therapie obliegt den Ärzten. Im Zürcher Gesundheitsgesetz wäre ein Verbot schlecht aufgehoben.

Laut Hans Fahrni (EVP, Winterthur) ist die Einzelinitiative unnötig. In den Fällen, in denen die Therapie angewendet wird, habe sie nach wie vor ihre Berechtigung. Blanca Ramer (CVP, Urdorf) erklärte, dass der Vorstoss aus einer Mücke einen Elefanten mache. Die Einzelinitiative hatte schliesslich keine Chance auf Erfolg und wurde einstimmig nicht unterstützt.

(sda)

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