Kein Verkauf der Transrapid-Rechte

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Kein Verkauf der Transrapid-Rechte

Nach dem Scheitern des Transrapid-Projekts in München hat ThyssenKrupp angebliche Überlegungen zum Verkauf der Rechte an dem Magnetbahnsystem zurückgewiesen.

«Wir vertrauen weiter auf die Transrapid-Technologie», sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Industriekonzerns am Freitag. Vorrangiges Ziel sei, die Verlängerung der Schanghai-Strecke zu realisieren. «Welt Online» hatte berichtet, der Düsseldorfer Industriekonzern wolle in den nächsten Wochen Verhandlungen über die Transrapid-Rechte mit der chinesischen Regierung aufnehmen.

Möglich seien sowohl eine Lizenzvergabe als auch der vollständige Verkauf, meldete das Online-Portal unter Berufung auf Unternehmenskreise. Im Fall eines Verkaufs der Rechte wären demnach die 220 Arbeitsplätze für den Transrapid im nordhessischen Kassel bedroht. ThyssenKrupp stellt in dem Konsortium für die Magnetschwebebahn das Antriebssystem (Tragführsystem) bereit, an dem die Chinesen besonders interessiert seien, da sie es bislang nicht erfolgreich hätten kopieren können. Das Düsseldorfer Unternehmen rechnet laut «Welt Online» angeblich damit, durch eine Lizenzvergabe einen hohen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Millionenbetrag zu erzielen. Mit diesem Geld könnten dann die Arbeitsplätze in Kassel finanziert werden.

Hohe Subventionen

Der vollständige Verkauf der Transrapid-Technologie wäre wegen der schon in das Projekt geflossenen hohen Subventionen, zu einem Gutteil aus Steuergeldern, problematisch. Der Bund und die Wirtschaft haben dem Bericht zufolge im lauf der Jahrzehnte rund 2,4 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung der Magnetbahn-Technologie gesteckt. Bisher haben die Chinesen über eine Lizenz lediglich Zugriff auf die Fahrwagen. Dafür habe Peking 80 Millionen Euro an ThyssenKrupp gezahlt.

Die Rechte an dem als geltenden Antriebs- und Steuerungssystem liegen auch nach dem Bau der Transrapid-Bahn in Schanghai beim Konsortium von ThyssenKrupp und Siemens. Kommt es zu einem Verkauf der Transrapid-Technologie, könnten die Chinesen die Magnetbahn vollständig selbst nachbauen und auch international vermarkten.

Den Informationen zufolge soll der Hauptgrund für die Preissteigerungen beim jetzt gescheiterten Transrapid-Bau in München nicht bei den Technologiekosten liegen, sondern bei denen des Baukonsortiums unter der Führerschaft von Hochtief. Insgesamt seien die veranschlagten Kosten von den geplanten 1,85 sogar auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen, meldete «Welt Online». Statt der 820 Millionen Euro, wie im September avisiert, sollten nun allein 2,2 Milliarden für Trasse und Tunnel ausgegeben werden. (dapd)

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