Aktualisiert 09.02.2011 21:27

Luzern

Kein ZHB-Umbau: Bald Bibliothek ohne Bücher?

Der Umbau der Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek ist für zwei Jahre auf Eis gelegt. Der Entscheid erregt die Gemüter.

von
Lena Berger
Besorgt vor leeren Regalen: Bibliothekssprecherin Ina Brueckel. (nop)

Besorgt vor leeren Regalen: Bibliothekssprecherin Ina Brueckel. (nop)

Seit Anfang Jahr werden in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern die Bücherkisten für den geplanten Umbau des Magazins gepackt. Gestern nun kam der Schock: Das Bauprojekt liegt auf Eis. Wie die Regierung mitteilte, verzichtet man aufgrund einer vom Parlament beschlossenen Budgetreduktion vorläufig auf die ­Sanierung des schwer baufälligen Gebäudes. Für Ina Brueckel, Sprecherin der Bibliothek, kam der Entscheid völlig überraschend. «Es ist erschütternd, dass ein seit 30 Jahren fälliges Projekt einfach gekippt wird», sagt sie. Wie es weitergehe, sei nun unklar. Voraussichtlich werde die ZHB im halb leeren Gebäude bleiben: Ein Teil der Bücher wurde ­wegen der geplanten Sanierung bereits nach Entlebuch ausgelagert, bis Ende Mai soll der Rest folgen.

Die jetzt verschobene Sanierung verursacht laut Brueckel zusätzliche Betriebs- und Planungskosten in Millionenhöhe. Das befürchtet auch Kantonsrat Michael Töngi (Grüne). Er will jetzt wissen, wer diese Mehrkosten tragen soll, und plant dazu einen Vorstoss.

Mit diesem Vorwurf konfrontiert sagte Finanzdirektor Marcel Schwerzmann gestern: «Die Verzögerung wird zu geringen Mehrkosten führen – verglichen mit einem ebenfalls diskutierten Baustopp des Berufsschulbildungszentrums in Sursee ist der Schaden aber klein.»

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