Bern: Kein Zwang für Evolutionstag an der Schule

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BernKein Zwang für Evolutionstag an der Schule

Der Gemeinderat könne den Schulen nicht vorschreiben, einen Evolutionstag durchzuführen.

Der Gemeinderat sieht zwar in der Ausstellung im Naturhistorischen Museum (NHM) «Es war einmal ein Fink» zum 200. Geburtstag von Charles Darwin, einen guten Anlass, auf einfache und anschauliche Weise die Evolutionstheorie im Unterricht aufzugreifen.

Die Stadt will den Schulen den Besuch der Ausstellung deshalb empfehlen und stellt für die Sekundarstufe 1 auch didaktisches Material zur Verfügung, wie Schuldirektorin Edith Olibet sagte. Zudem ist der Eintritt ins NHM gratis.

Kreationistischen Strömungen entgegenwirken

Urheber des dringlichen Postulats waren die Grünliberalen. Sie wollten damit den Strömungen, welche die Evolutionstheorie in Frage stellen, namentlich die Vorstellungen der Kreationisten, entgegenwirken.

Es sei bedenklich, sagte Michael Köpfli (GLP), wenn sich ein ansehnliche Minderheit der Studierenden und Lehrkräfte nicht auf die wissenschaftlich fundierte Evolutionstheorie festlegen wollten. Dabei sei sich die Fachwelt einig, dass diese die einzige Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde liefere.

Beat Gubser (EDU) bestritt den Vorstoss und hielt dagegen, dieser mache glauben, dass an den Schulen ausschliesslich die Schöpfungsgeschichte gelehrt werde. In Wahrheit sei es jedoch wohl eher umgekehrt. Beides seien unbewiesene Theorien, sogar der Lehrplan bezeichne sie als «Hypothesen».

Kreationistisches Gedankengut habe an den Schulen nichts verloren, erklärte Ursula Marti (SP). Für Parteikollegin Giovanna Battagliero war es deshalb ein «extrem angebrachter Vorstoss».

Der Rat hiess den Vorstoss schliesslich im Sinne der gemeinderätlichen Antwort mit 35 zu 15 Stimmen bei 7 Enthaltungen gut.

(sda)

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