Deutschland gegen USA: Kein zweites Gijón - ein Versprechen mit Brisanz
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Deutschland gegen USAKein zweites Gijón - ein Versprechen mit Brisanz

Fairplay statt Friendship: Sie versprechen, Vollgas zu geben - doch nicht alle sind vor der Partei Deutschland - USA davon überzeugt.

von
Marcel Allemann

Die Sportwelt hofft, dass sich heute in Recife ein dunkles Kapitel der deutschen Fussballgeschichte nicht wiederholt. Bei der «Schande von Gijón» schoben an der Fussball-WM 1982 Deutschland und Österreich nach der 1:0-Führung der Deutschen, das beiden für ein Weiterkommen reichte, nur noch den Ball hin und her. Heute bringt beim Finale der Gruppe G sowohl Deutschland wie auch Gegner USA ein Unentschieden in den Achtelfinal. Kommt es zum neuerlichen Nichtangriffspakt?

«Gijón sollte inzwischen gegessen sein. Wer mich kennt, weiss, dass so etwas für mich kein Thema ist», sagt Stürmerstar Thomas Müller und verweist auf seinen Cut über dem Auge, den er sich in der Nachspielzeit der Partie gegen Ghana (2:2) eingehandelt hat. Auch Verteidiger Mats Hummels verspricht, dass es kein zweites Gijón geben wird: «Solche Gedanken zu hegen wäre grob unsportlich. Wir werden auf Sieg spielen, alles andere wäre gegenüber allen anderen Nationen unfair.» Und für US-Trainer Jürgen Klinsmann ist klar: «Für ein US-Team ist so etwas undenkbar. Amerikaner kämpfen immer für ihre Siege.»

Zweifel sind trotzdem da

Es gibt allerdings auch Zweifel - sogar aus Deutschland. So sagt der frühere Internationale Felix Magath, der bei der «Schande von Gijón» vor 32 Jahren dabei war: «Im Sport ist man vom Ergebnis abhängig. Daher kann niemand ausschliessen, dass sich ein solcher Spielverlauf wiederholt.» Es geht heute um viel für die Deutschen: um den Achtelfinal, um den Gruppensieg, aber vor allem auch um ihren Ruf.

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