San Bernardino: Keine 275'000 Dollar für Familie von Terroristen
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San BernardinoKeine 275'000 Dollar für Familie von Terroristen

Die US-Regierung will verhindern, dass die Familie des Terroristenpaars von San Bernardino Geld von deren Lebensversicherung erhält.

von
sut
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Tashfeen Malik (links) und ihr Mann Syed Farook verübten am 2. Dezember 2015 den schlimmsten Terroranschlag der USA seit den Angriffen von «9/11».  Bevor sie in San Bernardino 14 Menschen töteten, hatte Farook zwei Lebensversicherungen abgeschlossen. Davon soll seine Familie nicht profitieren, fordern Staatsanwälte in einer Klage.

Tashfeen Malik (links) und ihr Mann Syed Farook verübten am 2. Dezember 2015 den schlimmsten Terroranschlag der USA seit den Angriffen von «9/11». Bevor sie in San Bernardino 14 Menschen töteten, hatte Farook zwei Lebensversicherungen abgeschlossen. Davon soll seine Familie nicht profitieren, fordern Staatsanwälte in einer Klage.

AP/FBI (links) und California Dept. of Motor Vehicles
Die 28 und 27 Jahre alten Terroristen drangen in ein Behindertenzentrum von San Bernardino (Bild) ein und begannen, auf die Gäste einer Weihnachtsparty zu schiessen.

Die 28 und 27 Jahre alten Terroristen drangen in ein Behindertenzentrum von San Bernardino (Bild) ein und begannen, auf die Gäste einer Weihnachtsparty zu schiessen.

epa/Paul Buck
Die tief gläubigen Islamisten wurden am 27. Juli 2014 auf dem Flughafen Chicago O'Hare bei der Einreise in die USA abgelichtet.

Die tief gläubigen Islamisten wurden am 27. Juli 2014 auf dem Flughafen Chicago O'Hare bei der Einreise in die USA abgelichtet.

AP/Uncredited

US-Staatsanwälte haben in Kalifornien eine Klage gegen die Hinterbliebenen der Terroristen von San Bernardino eingereicht. Ihr Ziel: Die Familien des Ehepaars, das am 2. Dezember 2015 in einem Behindertenzentrum 14 Menschen tötete, sollen keinen Gewinn aus der Lebensversicherung der von der Polizei erschossenen Terroristen ziehen.

Die zwei Islamisten Syed Rizwan Farook und seine Frau Tashfeen Malik hatten in dem Zentrum das Feuer auf die Teilnehmer einer Festtagsparty eröffnet. In der schlimmsten Terrorattacke seit den Angriffen vom 11. September 2001 wurden zusätzlich 22 Menschen verletzt. Stunden später starben der 28-jährige Farook und seine ein Jahr jüngere Frau im Kugelhagel eines Schusswechsels mit der Polizei.

Mutter als Hauptnutzerin

Die Ermittler brachten in Erfahrung, dass Farook im Zusammenhang mit seiner Anstellung beim San Bernardino County 2012 eine Lebensversicherung über 25'000 Dollar abgeschlossen hatte. Eine zweite über 250'000 Dollar folgte ein Jahr später. Farooks Mutter Rafia wurde in beiden Policen als Hauptnutzerin im Schadenfall aufgeführt.

«Terroristen darf es nicht gestattet sein, mit ihren Verbrechen für designierte Nutzniesser aufzukommen», teilte Eileen Decker mit, die oberste Staatsanwältin von Los Angeles. «Mein Büro wird alle rechtlichen Wege erkunden, damit das Geld den Opfern dieser schrecklichen Verbrechen zugutekommt.»

Terrorpläne vor Versicherungsabschluss

Nach US-Bundesrecht können alle Vermögenswerte, die aus dem Terrorismus stammen, beschlagnahmt werden. Um diesen Grundsatz im vorliegenden Fall durchzusetzen, behaupten die Staatsanwälte in ihrer Klageschrift, Farook habe schon vor dem Abschluss der Lebensversicherungen Terroranschläge geplant. Sie verweisen auf die Verbindungen zwischen Farook und seinem Nachbarn Enrique Marquez, der die beim Angriff auf das Sozialzentrum verwendeten Waffen gekauft hatte.

Wie die «Washington Post» ausführt, sollen die zwei Männer 2011 und 2012 geplant haben, Rohrbomben auf die Autobahn Route 91 zu werfen, um den Verkehr zum Erliegen zu bringen. Anschliessend wollten sie auf die eingeschlossenen Lenker und Rettungskräfte schiessen. Die Angriffe wurden nie ausgeführt.

Der wegen der Pläne verhaftete Marquez soll laut Klageschrift auch Verbindungen zu vier Männern gehabt haben, die 2012 nach Afghanistan reisen wollten, um dort amerikanische Soldaten zu töten. Nach der Verhaftung der Männer hörte Marquez damit auf, gemeinsam mit Farook Angriffe auszuhecken. Für die Staatsanwaltschaft war die Verbindung der zwei Männer jedoch eng genug, um einen Zusammenhang mit den Lebensversicherungen herzustellen.

Die Informationen in der Klage stammen angeblich nicht aus dem iPhone Farooks, das die Bundespolizei FBI dieses Jahr nach langen Bemühungen zu knacken vermochte.

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