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Reaktionen zur Fifa-Wahl«Keine Ahnung, warum Ali das gemacht hat»

Wie erwartet tritt Sepp Blatter seine angestrebte fünfte Amtszeit an der Spitze der Fifa an. Seine Gegner kündigen ihm den Kampf an.

von
A. Stäuble

Michael van Praag äussert sich zur Wiederwahl von Sepp Blatter. (Video: Vincent Freigang/Alexandra Stäuble)

Alles wie gehabt: Sepp Blatter bleibt für weitere vier Jahre das Oberhaupt der Fifa. Der Walliser wurde am Freitagabend im Zürcher Hallenstadion als Präsident des Weltverbandes bestätigt. Zu einem makellosen Resultat, dem absoluten Mehr von 140 der 209 Stimmen der Delegationen, reichte es dem 79-Jährigen im ersten Wahlgang aber nicht.

Wegen sieben Stimmen hätte es zum zweiten Wahlgang zwischen Blatter und seinem jordanischen Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein kommen sollen. Richtig, hätte. Denn ehe die Stimmenabgabe von Neuem begann, trat der Jordanier ans Rednerpult und gab seine Aufgabe bekannt.

«Ich hätte es nicht getan»

Sichtlich überrascht über den Rückzug war auch Michael van Praag. Der Holländer, der ebenfalls kandidiert, vor etwas mehr als einer Woche aber einen Rückzieher gemacht hatte, um seine Wählerstimmen an Prinz Ali abzutreten, äusserte sich gegenüber 20 Minuten zum Rückzug «seines» Kandidaten.

«Ich habe keine Ahnung, warum er das gemacht hat. Ich kann nur sagen, dass ich es nicht getan hätte.» Er nehme an, Prinz Ali sei in Absprache mit anderen zum Schluss gekommen, dass er die nötigen 30 Stimmen auch in einem zweiten Wahlgang nicht geholt hätte.

Van Praag war davon überzeugt, dass Ali es hätte schaffen können. «Blatter hatte noch nie 73 Stimmen gegen sich», sagte er etwas stolz. Auch Blatter sprach bei seiner Dankesrede von einem guten Resultat, welches sein Gegner erreicht habe.

«Krisensitzung am 6. Juni»

Diversen Reaktionen nach wird Blatter in Zukunft viel Gegenwind zu spüren bekommen. Womöglich schon in den nächsten Wochen. «Wir haben gesagt: Wenn Blatter wiedergewählt wird, werden wir im Rahmen des Champions-League-Finals (am 6. Juni in Berlin, Anm. d. Red.) zusammensitzen und schauen, was wir tun können», sagte van Praag. Bereits vor der Wahl hatten die europäischen Vertreter eine Krisensitzung abgehalten, um einen möglichen Boykott der Wahl zu diskutieren.

Was gegen Blatter unternommen wird, konnte oder wollte der Vorsitzende des holländischen Verbandes natürlich noch nicht sagen. «Das Resultat ist schlecht für die Fifa, schlecht für den Fussball. Wir müssen bis am 6. Juni überlegen, was jetzt zu tun ist.»

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