Keine Akkreditierung von Privatschulen

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Keine Akkreditierung von Privatschulen

Der private Bildungsbereich soll mit einer Reihe von Massnahmen gestärkt und dem möglichen Missbrauch vorgebeugt werden. Auf eine spezielle Regelung zur Anerkennung und Akkreditierung von Privatschulen will der Bundesrat aber verzichten.

Privatschulen spielen für die Wirtschaft und die Bildungslandschaft eine bedeutende Rolle und tragen mit schätzungsweise 25 000 ausländischen Studierenden auch zum Ansehen der Schweiz im Ausland bei, wie das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) am Donnerstag mitteilte. Der Bundesrat will deshalb den privaten Bildungsbereich mit einer Reihe von Massnahmen stärken und möglichem Missbrauch vorbeugen. Koordination und Erfahrungsaustausch unter den kantonalen Behörden, deren Aufsicht die Privatschulen unterstehen, sollen mit der Einrichtung einer Informationsplattform verbessert werden. Migrationsbehörden und schweizerische Vertretungen im Ausland sollen künftig noch fundierter über das Bildungsangebot Auskunft geben können. Um die Vertrauenswürdigkeit der Branche zu verbessern, ist laut dem Bundesrat das kürzlich von der Wirtschaft und von Branchenverbänden initiierte Privatschulregister ein geeigneter Weg. Aufgenommen werden in das Register nur Schulen, die eine seriöse Geschäftsführung und die Einhaltung von Qualitätsstandards nachweisen können.

Für eine spezielle Regelung zur Anerkennung und Akkreditierung von Privatschulen besteht aus der Sicht des Bundesrats aber kein Bedarf. Das schweizerische Bildungssystem biete bereits jetzt differenzierte Wege der staatlichen Anerkennung privater Bildungsangebote im Tertiärbereich, darunter die Anerkennung als Höhere Fachschule und die Akkreditierung als Fachhochschule. Bildungsangebote, die nicht dem schweizerischen Bildungssystem entsprächen, könnten sich darüber hinaus bei einer Agentur im Ausland akkreditieren lassen. Der Bericht des Bundesrates über die Akkreditierung von Privatschulen in der Schweiz geht auf eine Motion von Nationalrat Oskar Freysinger (SVP/VS) zurück. (dapd)

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