Frauen-Nati: «Keine andere Möglichkeit als Bronze»
Aktualisiert

Frauen-Nati«Keine andere Möglichkeit als Bronze»

Ehrenvolles 1:3. Kanada war für unsere Eishockey-Girls nur noch eine kleine Schuhnummer zu gross. Das Spiel um die Bronzemedaille gegen Schweden kann kommen.

von
Marcel Allemann
Russland

Nach dem 2:0 im Viertelfinal gegen Russland zeigten die Schweizerinnen im Halbfinal gegen Titelverteidiger Kanada ein weiteres grosses Spiel. Es gelang den Amateurinnen zwar nicht, die Profi-Spielerinnen zu besiegen, aber sie zu ärgern und nervös zu machen.

«Wir hätten sogar gewinnen können»

So hatte etwa Sarah Benz in der Startphase die einzigartige Möglichkeit, die Schweizerinnen in Führung zu bringen. Kanadas Goalie Shannon Szabados musste ihr ganzes Können aufbringen, um dies zu verhindern. Leider zogen die Eisgenossinen danach eine Schwächeperiode ein und kassierten drei Gegentore innert vier Minuten. «Ohne diese hätten wir dieses Spiel gewinnen können», ärgerte sich Stürmerin Phoebe Staenz hinterher. Doch sie und ihre Teamkolleginnen steckten den Kopf nicht in den Sand, sondern marschierten weiter.

Und wie: Das zweite und dritte Drittel waren die wohl besten 40 Minuten, die eine Schweizer Frauen-Eishocky-Nati je zeigte. Sie konnte das zweite Drittel dank dem 1:3 von Jessica Lutz siegreich gestalten und sogar das 2:3 lag in der Luft. Die Schweizerinnen rackerten, rannten, wehrten sich und schubsten die Kanadierinnen energisch weg, wenn sie der erneut überragenden Florence Schelling im Tor zu nahe kamen. «Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft», bilanzierte Trainer René Kammerer. Und Schelling erklärte: «Einerseits ist jetzt die Enttäuschung da, weil wir wirklich sehr nahe dran waren. Aber gleichzeitig bedeutet es sehr viel, dass wir gegen diesen Gegner zu einer solchen Topleistung fähig waren. Wir haben den Kanadierinnen gezeigt, dass wir mit ihnen mithalten können, und sie dadurch nervös gemacht.»

Am Donnerstag geht es um die Bronzemedaille

Die Voraussetzungen für das Bronze-Spiel vom Donnerstag gegen Schweden stimmen. «Von diesem Spiel gegen Kanada können wir alles mitnehmen. Ich habe noch nie erlebt, dass wir so gut zusammenarbeiten wie in diesen Tagen. Wenn wir diese Pace weitergehen, gibt es gar keine andere Möglichkeit, als die Bronzemedaille zu gewinnen», glaubt Schelling. Die Skandinavierinnen verloren ihren Halbfinal gegen die USA mit 1:6 und sahen dabei nicht so gut aus wie Schelling und Co.

Die Schweizer Mannschaft hat in Sotschi auf jeden Fall eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Im Startspiel verloren sie gegen Kanada noch 0:5 und wurden zu Statistinnen degradiert. «Seither sind wir nochmals enorm zusammengewachsen», erklärt Staenz diesen Wandel. Sie und ihre Teamkolleginnen seien aus verschiedenen Klubs mit verschiedenen Systemen ins Nati-Camp eingerückt, das habe seine Zeit gebraucht, sich zu finden: «Jetzt kennen wir uns alle viel besser.»

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