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Thomas Fuchs«Keine Angst - Niemand wird angemacht»

Der Politiker rückt für die SVP in den Nationalrat nach. Er plane bereits Vorstösse gegen die Gesetzesflut, sagt er im Interview.

von
daw
Thomas Fuchs, erster homosexueller SVP-Politiker im Parlament. (key)

Thomas Fuchs, erster homosexueller SVP-Politiker im Parlament. (key)

Herr Fuchs, Sie sind der erste homosexuelle SVP-Politiker im Parlament. Sind Sie stolz?

Thomas Fuchs: Ich freue mich riesig. Ich habe schon 300

E-Mails und 100 neue Freundschaftsanfragen auf Facebook bekommen. Meine sexuelle Orientierung ändert aber nichts an meiner politischen Ausrichtung. Sollte ich wegen meiner Homosexualität oder meines Gewichts angefeindet werden, prallt das an mir ab: Ich bin dann ein Blitzableiter für den Frust über andere Dinge, die in der SVP schieflaufen.

Sind Homosexuelle im Parlament untervertreten?

Nur auf den ersten Blick. Es gibt einige Parlamentarier, die sich nicht outen, weil sie Angst haben.

Sie gelten als umtriebiger Rebell auf der Linie Blochers. Werden Sie Ihrem Stil treu bleiben?

Ich werde weiter unkonventionell politisieren und in der kurzen Zeit bis zu den Wahlen einige Farbtupfer setzen. Wenn es Sinn macht, werde ich auch mal ein linkes Anliegen unterstützen. Eine Idee für einen ­Vorstoss gegen zu viele Gesetze habe ich bereits: Die Schweiz könnte analog zur Schulden- eine Gesetzesbremse einführen. Für jedes neue Gesetz müsste ein altes ausser Kraft gesetzt werden.

Müslüm juxt den Fuchs

Noch eine Frage zu Ihrem Privatleben. Führen Sie eine Partnerschaft?

Sie können davon ausgehen, dass ich nicht alleinstehend bin.

Hand aufs Herz: Welcher Par­lamentarier gefällt Ihnen am besten?

Ich habe das Parlament bis jetzt nicht aus dieser Per­spektive angeschaut. Es muss niemand Angst haben, von mir angemacht zu werden! (daw/20 Minuten)

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