Studie zu Arbeitsmarkt: Keine Angst vor Stellenverlust, Freizeit über Job – so tickt Gen Z

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Studie zu ArbeitsmarktKeine Angst vor Stellenverlust, Freizeit über Job – so tickt Gen Z

In der Schweiz zeigen sich über zwei Drittel der Menschen der Gen Z und der Millennials bereit, ihren Job zu kündigen, wenn er sie davon abhält, ihr Leben zu geniessen. Die Zahlen sind ganz anders bei Menschen über 55.

von
Karin Leuthold
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Sie wollen mehr Freizeit: Menschen zwischen 18 und 24 stellen ihre persönlichen Werte zunehmend über den Job.

Sie wollen mehr Freizeit: Menschen zwischen 18 und 24 stellen ihre persönlichen Werte zunehmend über den Job.

20min/Taddeo Cerletti
67 Prozent der Gen Z und 65 Prozent der Millennials würden einen Job kündigen, wenn er sie davon abhält, ihr Leben zu geniessen.

67 Prozent der Gen Z und 65 Prozent der Millennials würden einen Job kündigen, wenn er sie davon abhält, ihr Leben zu geniessen.

20min/Matthias Spicher
«Ich würde nicht für ein Unternehmen arbeiten, das sich nicht proaktiv für Diversität und Gleichheit einsetzt.» 44 Prozent der unter 24-Jährigen würde nicht für eine Firma arbeiten, die nicht ein diverses und integratives Arbeitsumfeld anbietet. Bei den über 55-Jährigen sind dies nur 35 Prozent. 

«Ich würde nicht für ein Unternehmen arbeiten, das sich nicht proaktiv für Diversität und Gleichheit einsetzt.» 44 Prozent der unter 24-Jährigen würde nicht für eine Firma arbeiten, die nicht ein diverses und integratives Arbeitsumfeld anbietet. Bei den über 55-Jährigen sind dies nur 35 Prozent. 

20min/Anna Bila

Darum gehts

  • Das Arbeitsbarometer 2022 von Randstad gibt Einblick in die aktuelle Situation der Gen Z und der Millennials.

  • Die Jungen legen grossen Wert auf ihre Freizeit – anders als Menschen über 55.

  • Auch Diversität ist heute ein wichtiger Punkt bei der Stellensuche.

Sie wollen das Leben geniessen und sie sind zuversichtlich, dass bei Jobverlust die nächste Stelle schon gleich um die Ecke steht – die jungen Generationen ticken in Sachen Arbeit und Freizeit ganz anders als die älteren Semester. Das zeigt der aktuelle Arbeitsbarometer des weltweit grössten Personaldienstleisters Randstad. 

Die Studie zeigt weltweit wie auch in der Schweiz eine grundlegende Veränderung in der Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Dynamik. Bei der Umfrage wurden Menschen aus Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum und dem amerikanischen Kontinent zu Themen wie Privatleben, Salär und Diversität befragt. Die wichtigste Erkenntnis: Die Gen Z, also 18- bis 24-Jährige sowie Millennials, das heisst 25- bis 34-Jährige, stellen ihre persönlichen Werte zunehmend über den Job und erhöhen so den Druck auf Unternehmen. 

Nicht mehr «leben, um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben»

Schon bei der ersten Frage ist ein starker Kontrast zwischen den Generationen zu beobachten: «Würden Sie einen Job kündigen, wenn er Sie davon abhält, Ihr Leben zu geniessen?» 67 Prozent der Gen Z und 65 Prozent der Millennials beantwortete die Frage mit Ja. Über ein Drittel der in der Schweiz befragten Gen Z und Millennials (je 36 Prozent) haben bereits einen Job gekündigt, weil er nicht mit ihrem Privatleben vereinbar war.

Bei den 35- bis 44-Jährigen ist mehr Vorsicht zu erkennen: Weniger als die Hälfte (49 Prozent) würde den Job für mehr Freizeit kündigen. 42 Prozent zwischen 45 und 54 Jahren, während nur 36 Prozent der 55- bis 67-Jährigen würden ihre Arbeitsstelle aufgeben, wenn sie sie davon abhält, ihr Leben zu geniessen.

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Diversität am Arbeitsplatz

Der nächste Punkt bezog sich auf Diversität am Arbeitsplatz: «Ich würde nicht für ein Unternehmen arbeiten, das sich nicht proaktiv für Diversität und Gleichheit einsetzt». 44 Prozent der unter 24-Jährigen würde nicht für eine Firma arbeiten, die nicht ein diverses und integratives Arbeitsumfeld anbietet. Bei den über 55-Jährigen sind dies nur 35 Prozent. 

Jobverlust weniger bedrohlich

Bei der Untersuchung wurden die Menschen auch gefragt, ob sie sich sicher fühlten, beim Verlust ihres Jobs einen neuen zu finden. Ja, lautete die Antwort bei 57 Prozent der ganz Jungen. Unter Millennials waren es sogar 62 Prozent. Nur 31 Prozent der Befragten über 55 bezeichnete einen Stellenverlust als bedrohlich. 

Gleichzeitig fühlt sich etwa die Hälfte der unter 34-Jährigen (47 Prozent der Gen Z, 53 Prozent der Millennials) ihrem aktuellen Arbeitgeber verbunden. 

«Diese Verschiebung der Prioritäten in jungen Generationen ist nicht ein Zeichen mangelnder Arbeitsbereitschaft oder Loyalität. Sie zeigt, dass sich die Kräfte auf dem Arbeitsmarkt neu sortieren. Und dass Arbeitnehmende ihrem persönlichen Leben einen höheren Stellenwert geben. Darauf können und sollten Unternehmen eingehen», erklärte Susanne Beer, HR Director Randstad (Schweiz) AG, in einer Medienmitteilung.

Fährt die Generation Z den Schweizer Wohlstand an die Wand?

Was bedeutet es für die Wirtschaft, wenn Arbeitnehmende nicht mehr bereit sind, hundert Prozent und mehr zu arbeiten? Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, befürchtet, dass sich der Fachkräftemangel noch verstärke, weil es weniger qualifizierte Arbeitskräfte gebe. Dies hat Folgen für die Produktivität. Fehlende Arbeitskräfte seien neben Lieferengpässen die grösste Bedrohung der Wirtschaft.

Bankenprofessor Martin Janssen sieht die grösste Gefahr bei der AHV-Rente. «Das Modell der AHV lässt sich nicht aufrechterhalten, wenn die Generation Z nur noch 60 Prozent arbeitet», so Janssen. Die Beiträge für die AHV-Rente zahle die heute arbeitende Generation für die Pensionierten. Wenn weniger Leute arbeiteten, fielen die Beiträge kleiner aus, so Janssen.

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