Boni-Deckel: Keine Ausnahmen bei Bonus-Grenzen für Banker
Aktualisiert

Boni-DeckelKeine Ausnahmen bei Bonus-Grenzen für Banker

Die EU-Aufsichtsbehörde EBA will Bankern bei den neuen Bonus-Obergrenzen keine Schlupflöcher lassen. Ab 2014 darf der Bonus nicht mehr höher sein als das Grundgehalt.

Vor allem Grossbritannien hatte lange gegen die Obergrenzen gekämpft. Denn betroffen ist vor allem der Finanzplatz London (Bild).

Vor allem Grossbritannien hatte lange gegen die Obergrenzen gekämpft. Denn betroffen ist vor allem der Finanzplatz London (Bild).

Die EU will mit dem Bonus-Deckel verhindern, dass sie bei ihren Geschäften zu viel riskieren, nur um mehr Geld zu verdienen. Sie betreffen alle Bankmitarbeiter, deren Gehalts inklusive Boni bei mindestens 500'000 Euro im Jahr liegt. Banker dürfen nach den Vorschriften von 2014 an lediglich noch Sonderzahlungen bekommen, die das Grundgehalt nicht übersteigen. Nur wenn die Hauptversammlung zustimmt, sind Boni bis zum Doppelten des Gehalts möglich.

Die Regeln, die die EBA am Dienstagabend vorstellte und bis zum 21. August zur Diskussion gestellt hat, betreffen weit mehr Banker als bisherige Kappungsgrenzen: Allein in 23 Häusern, die die EBA genauer unter die Lupe genommen hat, steigt die Zahl der sogenannten «Risikoträger» mit der 500'000-Euro-Grenze auf fast 4800 von knapp 1800.In die Kategorie fielen bisher nur Banker, die Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für ihr Institut treffen. Doch diese Bestimmung wurde in verschiedenen Ländern stark unterschiedlich ausgelegt. Nun gehören alle oberhalb der Gehaltsgrenze dazu. Im Schnitt verdienten die Risikoträger in europäischen Banken 2011 rund 508'000 Euro.

Wer im Vorstand oder einem anderen Entscheidungsgremium sitzt, gehört automatisch zu diesem Kreis, darüber hinaus alle, die zu den 0,3 Prozent Top-Verdienern einer Bank gehören, deren variable Vergütungen 75 Prozent ihres Fix-Gehalts erreichen oder deren Gehaltsgruppe über dem am wenigsten verdienenden Vorstand liegt.

Finanzplatz London besonders betroffen

Die Londoner EBA hatte von der EU das Mandat zur genauen Ausgestaltung der Bonus-Regeln erhalten. Viel Spielraum hat sie dabei nicht. Verwässert sie den Geist des Gesetzes zu stark, kann das EU-Parlament die Verordnung zurückweisen.

Vor allem Grossbritannien hatte lange gegen die Obergrenzen gekämpft. Denn betroffen ist vor allem der Finanzplatz London. Banken warnten vor einer Flucht von Bankern in andere Teile der Welt, wo es keine vergleichbaren Schranken gibt. Die Wirtschaftsprüfer von PwC schätzen, dass künftig zehn Mal so viele Londoner Banker unter die Vergütungsverordnung fallen werden wie bisher. (sda)

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